
Das Wichtigste in Kürze
Geht das überhaupt? Ja, grundsätzlich können Menschen mit Demenz bis zuletzt zu Hause bleiben – mit einer dem Krankheitsverlauf angepassten Wohnsituation.
Warum wichtig? Die eigenen vier Wände geben Menschen mit Demenz Sicherheit und ein Stück Identität, auch wenn Vergessen und Orientierungslosigkeit zunehmen.
Was hilft konkret? Kurze Wege, gute Beleuchtung, entfernte Stolperfallen sowie Sicherheitshilfen in Bad und WC verringern Verletzungs- und Sturzgefahr. Bei Bedarf helfen auch größere Umbauten mit Förderungen der Bundesländer.
Grundsätzlich können Menschen mit Demenz bis zuletzt zu Hause sein.
Verwandte Begriffe: Demenz Tagesbetreuung, mobile Demenzbetreuung
Kennen Sie das?
Sie gehen an einem kalten und grauen Novemberabend nach einem langen Arbeitstag die letzten Schritte zu Ihrer Wohnungstür. Sie freuen sich so richtig auf einen ruhigen, gemütlichen Abend in Ihrem Zuhause.
In jeder Lebensphase decken Sie mit der Wohnsituation Ihre unterschiedlichen Bedürfnisse. In der Jugend- und Studentenzeit bedeuten die Räume für Sie Freiheit. Später sind sie dann Ort für Zweisamkeit oder Geborgenheit Ihrer eigenen Familie. Manche Personen sehen im Wohnraum auch eine Geldanlage oder Altersvorsorge.
Meine eigenen vier Wände – mit Demenz bis zuletzt zu Hause sein. Für Menschen mit Demenz bedeuten diese Räume Sicherheit und oft auch ein letztes Stück Identität in einer Welt von Vergessen und Orientierungslosigkeit. Die Sorgen der Angehörigen ob der zunehmenden Verletzungshäufigkeit und Sturzgefahr von älteren Personen münden meist in der Frage „Ist ein Verbleib daheim überhaupt möglich?“
Zu empfehlen ist allerdings eine dem Krankheitsverlauf angepasste Wohnsituation.
- Möglichst kurze Wege, um von einem in den anderen Raum zu gelangen. Selten benützte Möbelstücke oder Ziergegenstände wie Bodenvasen sollten entfernt werden.
- Gute Beleuchtung: helle Lichtquellen sowie Lampen, die durch einen Bewegungsmelder eingeschaltet werden, sind zu empfehlen.
- Stolperfallen wie Türschwellen, lose liegende Teppiche oder Kabel am besten entfernen.
- Stabile und auf die Körpergröße angepasste Sitzgelegenheiten und entsprechende Betterhöhung sorgen für lange Mobilität der Betroffenen.
- Montage von Sitzerhöhung und Sicherheitsgriffen für die Toilette unterstützt ebenso bei der täglichen Körperpflege wie ein Badewannensitz oder Klappsitz in der Dusche.
- Rutschfeste Matten im Bad verringern die Rutschgefahr; Armaturen mit einer Heißwassersperre verhindern Verbrennungen.
- Lichtschalter und Steckdosen sollten möglichst in Griffhöhe montiert werden.
Manchmal sind auch größere Baumaßnahmen notwendig wie z. B. der Einbau einer barrierefreien Duschmöglichkeit oder breitere Türrahmen. Für solche Umbauten stehen eigene Spezialisten in den Seniorenverbänden oder Pensionsversicherungen mit Rat und Tat zur Seite. Überdies gibt es für einen alters- und behindertengerechten Umbau einen eigenen Fördertopf in den Bundesländern. Die Stadt Wien etwa fördert seit Jänner 2026 einen barrierefreien oder altersgerechten Umbau mit bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal 7.500 Euro (Stadt Wien, 2026).
Damit gerade Menschen mit Demenz möglichst lange selbstständig in der gewohnten Umgebung leben können, lohnt sich der Aufwand einer entsprechenden Gefahrenprävention auf jeden Fall.


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