Ein Satz den viele von der Krankheit Betroffene bejahen. Ein Satz den viele Angehörige denken. Einsamkeit bedeutet abgeschnitten sein von sozialen Kontakten. Ungewollte Einsamkeit macht auf Dauer krank.

Viele Menschen mit der Diagnose beginnen den sozialen Rückzug.

Sie wollen damit vermeiden, dass ihre Unzulänglichkeiten vor allem gegenüber vertrauten Personen offenbar werden. In unserer Leistungsgesellschaft stempeln dich Fehler und Misserfolge automatisch zum Außenseiter. Wer möchte ständig auf seine Schwächen hingewiesen oder gar ausgelacht und verspottet werden? Um solchen negativen Auseinandersetzungen zu entgehen, vermeiden Menschen mit Demenz daher sehr oft das gesellige Beisammensein.

Demenz macht einsam. Auch pflegende und begleitende Angehörige kennen diese negative Empfindung.

Auch sie trifft die Diagnose unerwartet. Sie müssen mit vielen Veränderungen fertig werden. Jeden Tag auf neue Situationen einstellen. Mit der Veränderung der Persönlichkeit des geliebten Menschen zurechtkommen. Den Alltag so umstellen, dass eine optimale Betreuung gegeben ist. Und die Folge davon? Innerhalb kürzester Zeit nach Ausbruch der Krankheit ist man gewollt oder ungewollt in der Einsamkeit gelandet.

Demenz macht einsam. Und dieses negative Gefühl nagt. Und daraus entstehen oft schwere oder chronische Krankheiten. Pflegende Angehörige haben somit automatisch einen hohen Risikofaktor für Depressionen und Herzerkrankungen. Viele greifen zu einem Suchtmittel, um diesem schlechten Gefühl zu entkommen.
Erkrankte Personen brauchen Unterstützung, damit sie nicht vereinsamen. Aber auch Angehörige benötigen Rückhalt, um nicht in Isolation zu geraten.

Wie kann nun ein soziales Netzwerk trotz Pflege und Begleitung erhalten werden?

Auf sich selbst schauen und seine Bedürfnisse wahrnehmen ist der erste und wichtigste Schritt. Sich selbst mal auf die Schulter klopfen für die vielen Stunden, welche für die Betreuung aufgewendet werden. Sich dafür bewusst belohnen wie mit einem kleinen Spaziergang in der Natur oder einem schönen Abendessen oder einem Entspannungsbad.

Ein weitere Maßnahme ist, sich selbst zu mögen. Es gibt keine perfekten Menschen, auch dir dürfen in der Pflege Missgeschicke passieren. Auch du darfst negative Gefühle wie Wut und Trauer haben. Aber was du nicht haben sollst, sind Schuldgefühle wie ich hab zu wenig Zeit oder keiner versteht mich. Spätestens dann solltest du den Kontakt mit Selbsthilfegruppen oder anderen außenstehenden Gesprächspartnern suchen.

Vernachlässige trotz Pflege und Begleitung deinen Freundeskreis nicht. Er kann für dich eine Oase der Erholung sein. Über schöne Erlebnisse zu plaudern, gemeinsam zu feiern und zu lachen, gibt positive Energie.

Soziale Kontaktaufnahme mit anderen Personen gelingt auch über banale Gespräche wie über das Wetter oder das Fernsehprogramm. Haustiere und Garten sind oft ein Anknüpfungspunkt.

Vergiss nicht: Einsamkeit ist eine Fessel, die nur du lösen kannst! Auf meine Unterstützung kannst du immer zählen.