Andrea Stix
akademische Demenzexpertin

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Demenz Krisenhotline

Demenzstadien am Beispiel der Alzheimer-Demenz

Das Bild zeigt eine bunte Blume welche die 7 Stadien der Alzheimer Demenz repräsentiert
Andrea Stix

Andrea Stix

akademische Expertin für Demenzstudien, DonauUni Krems
Gründerin der FELiX-Methode © und der FELIX-Demenzakademie ©
Vortragende und Trainerin

Demenzstadien am Beispiel des Krankheitsverlaufes bei Alzheimer-Demenz einfach erklärt:

Der Krankheitsverlauf einer Alzheimer Demenz wird in sieben Stadien eingeteilt. Diese Skala wurde von Barry Reisberg, (M.D., Klinik-Direktor der New York University School of Medicine’s Silberstein Aging and Dementia Research Center) entwickelt.

Die spezifischen Merkmale in den einzelnen Phasen sollen vor allem Angehörigen und Pflegenden den Umgang mit der Krankheit erleichtern.

Stadium 1: normales Leistungsniveau

Keine kognitiven Leistungseinbußen

Stadium 2: subjektive Leistungseinbußen

Subjektive Beschwerden über Vergesslichkeit. Die Person vergisst, wo vertraute Gegenstände abgelegt wurden oder früher gut bekannte Namen fallen nicht ein. Menschen in diesem Stadium haben ein erhöhtes Risiko für Depression und Demenz. Objektiv sind keine Defizite feststellbar.

Stadium 3: geringe kognitive Leistungseinbußen (mild cognitive impairment)

Erste Symptome sind messbar

  • Die Person hat Schwierigkeiten sich an fremden Orten zurecht zu finden
  • erste Wortfindungsstörungen treten auf
  • reduzierte Arbeitsleistung und höhere Fehleranfälligkeit
  • Konzentrationsdefizit
  • Verlegen oder verlieren von Gegenständen
  • Schlechtere Merkfähigkeit von Namen neuer Personen

Verringerte Leistungsfähigkeit im Beruf oder im sozialen Umfeld. Keine Demenz in dieser Phase, da die Kriterien nicht erfüllt sind. Aber eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit später an Demenz zu erkranken.

Stadium 4: mäßige kognitive Leistungseinbußen (leichte Demenz)

Defizite in folgenden Bereichen treten auf:

  • Verlust Kurzzeitgedächtnis (Merkfähigkeit aktueller oder kurz zurückliegender Ereignisse)
  • Probleme in der Chronologie beim eigenen Lebenslauf
  • räumliche Orientierungsprobleme an unbekannten Orten
  • Umgang mit Geld und Medikamenten
  • Verminderte Fähigkeit komplexe Aufgaben durchzuführen
  • Verminderte Konzentration bei (Rechen-) Aufgaben

Die Personen reagieren mit Verleugnung von kognitiven Problemen und Vermeidung von sozialen Kontakten mit höherer Anforderung.

Stadium 5: mittelschwere kognitive Leistungseinbußen (mittelgradige Demenz)

Der Betroffene kommt ohne fremde Hilfe kaum zurecht. Kennzeichen dieser Phase sind:

  • Probleme bei Auswahl von situationsgerechter Kleidung
  • Räumliche und zeitliche Desorientierung
  • Vernachlässigung der Körperpflege
  • Relevante Aspekte des Lebens (Adressen, Telefonnummern, Namen von nahen Angehörigen) werden kaum mehr erinnert

Stadium 6: schwere kognitive Leistungseinbußen (schwere Demenz)

In dieser Phase sind alle grundlegenden Funktionen des Alltags beeinträchtigt:

  • Orientierung in den eigenen vier Wänden wird schwieriger
  • Selbstständige Durchführung der Körperpflege ist nicht mehr möglich
  • Ankleideprozess braucht Unterstützung (Reihenfolge und Verschluss)
  • Namen verlieren an Bedeutung (bei Frauen: Rückkehr zum Mädchennamen)
  • Eigene Partner/Kinder werden oft nicht mehr erkannt
  • Unterstützung bei den einzelnen Schritten zum WC-Gang (Betätigen der Spülung, Verwendung von Papier)
  • Häufig gestörter Tag/Nacht-Rhythmus
  • Lückenhafte Erinnerung an die eigene Biografie
  • Inkontinenz

In diesem Stadium kommt es häufig zu Persönlichkeitsveränderungen und Gefühlstörungen wie Wahnvorstellungen, Aggressivität, Angst, zwanghaftes Wiederholen von Handlungen, Unruhe

Stadium 7: sehr schwere kognitive Leistungseinbußen (sehr schwere Demenz)

Kennzeichen sind:

  • Verlust der verbalen Sprache bis auf wenige Automatismen (Hilfe-Rufe)
  • Verlust der Gehfähigkeit und später auch das selbstständige Sitzen
  • Verlust der Steuerung für lachen
  • Kopf kann nicht mehr aufrecht gehalten werden
  • Primitivreflexe stellen sich wieder ein (Greifreflex, Saugreflex)

In dieser Phase braucht die erkrankte Person eine ständige Pflege und Betreuung.

Weitere Tipps zum Thema Orientierungsstörungen gibt es auch im folgenden Video: Wo ist Mama? und im Blogartikel „Beginnende Demenz? 10 Warnsymptome zur Früherkennung

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