
Wertschätzung bei Demenz – wie geht das? Hier gibt es 4 Tipps
- vermeiden Sie ab heute die Bezeichnung „Demente(r)“ und beachten Sie dafür umso mehr den Wert der Person, der hinter der Krankheit steckt. Wertschätzung ist verbunden mit Achtung und Wohlwollen, unabhängig vom Leistungsgedanken.
- Menschen mit Demenz möchten auch in ihrem „anders sein“ akzeptiert und geliebt werden. Ein Blickkontakt und ein freundlicher Gruß schenken Aufmerksamkeit, ein Abwarten einer Antwort zeigt Interesse.
- Wertschätzung drückt sich auch aus, indem ich dem Betroffenen noch etwas zutraue und ihn in seinem Tun nur dort unterstütze, wo er Tätigkeiten nicht mehr alleine durchführen kann. Auch wenn es Zeit und Geduld braucht, stärkt es den Selbstwert von Menschen mit Demenz und erhält länger deren Eigenständigkeit.
- Bisher vertraute Gewohnheiten geben Ihrem erkrankten Angehörigen Sicherheit im Alltag und sollten möglichst lange beibehalten werden.
Jeder, der einen Menschen mit Demenz betreut, pflegt oder begleitet, kämpft mit vielen Herausforderungen, welche die Krankheit mit sich bringt. Da ist kein Tag wie der andere. Bisherige Normen und Rituale verlieren ihre Bedeutung. Das, was bisher als Normalität verstanden und gelebt wurde, gehört in die Vergangenheit.
Schauen Sie mal ehrlich hin. Sind Sie auch manchmal mit der Organisation der neuen Situation so beschäftigt, dass Sie sich über die Reaktion des erkrankten Angehörigen wundern? Er sitzt nur mehr teilnahmslos in seinem Sessel. Oder sind Sie gar verärgert, weil er anstatt Ihre Leistung anzuerkennen alles ablehnt, ja sogar manchmal aggressiv wird?
In der Begleitung und Pflege eines Menschen mit Demenz gibt es trotz bestem Bemühen immer wieder mal herausfordernde Situationen. Zurechtweisen oder Schimpfen löst nicht das Problem. Aber ruhig bleiben und Hilfe holen kann eine gute Lösung für alle Beteiligten sein.
Wertschätzung ist wichtig – besonders für Menschen mit Demenz. Nur wenn es Ihnen gelingt, den Menschen so zu akzeptieren, wie er jetzt gerade ist, wird ein In-Beziehung-Treten möglich.
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Häufige Fragen
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Ja, verschiedene Kulturen und Gesellschaften unterscheiden sich teilweise erheblich darin, wie Demenz wahrgenommen, benannt und praktisch begleitet wird. In manchen Kulturen gilt die familiäre Pflege älterer, erkrankter Angehöriger als selbstverständliche, moralische Verpflichtung, während in anderen professionelle Betreuungsformen stärker verbreitet und akzeptiert sind. Auch das gesellschaftliche Stigma rund um Demenz sowie die Bereitschaft, offen über die Erkrankung zu sprechen, variiert kulturell erheblich. Diese kulturellen Unterschiede beeinflussen sowohl die individuelle Bewältigung als auch die politische und gesundheitssystemische Reaktion auf die Erkrankung.
Die grundlegenden medizinischen Behandlungsansätze, insbesondere der Einsatz zugelassener Antidementiva, ähneln sich international weitgehend, da sie auf gemeinsamer wissenschaftlicher Evidenz basieren. Deutliche Unterschiede bestehen jedoch bei der Organisation und Finanzierung der Pflege sowie bei verfügbaren Unterstützungsleistungen für Angehörige. Manche Länder verfügen über besonders gut ausgebaute, spezialisierte Demenzversorgungssysteme, während in anderen Regionen die Versorgung noch deutlich weniger entwickelt ist. Internationale Organisationen setzen sich zunehmend für einen Austausch bewährter Versorgungsmodelle zwischen verschiedenen Ländern ein.
Diese Veränderung ist krankheitsbedingt und sollte nicht als persönliche Zurückweisung oder Charakterschwäche gedeutet werden. Es kann hilfreich sein, eigene emotionale Bedürfnisse verstärkt außerhalb der Beziehung zur betroffenen Person zu erfüllen. Klare, einfache Kommunikation über eigene Gefühle kann manchmal noch ankommen. Der Austausch mit spezialisierten Beratungsstellen kann zusätzliche Orientierung bieten.
Mehrere bekannte historische und öffentliche Persönlichkeiten haben öffentlich über eine eigene Demenzdiagnose gesprochen oder deren Angehörige haben dies nach dem Tod publik gemacht, was zur gesellschaftlichen Enttabuisierung der Erkrankung beigetragen hat. Solche öffentlichen Bekanntmachungen haben häufig zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für das Thema und vermehrten Spendenaufkommen für die Demenzforschung geführt. Für konkrete, verlässliche Informationen zu einzelnen Personen empfiehlt sich die Recherche über seriöse, aktuelle Quellen.
Unterschiedliche Reaktionen sind häufig. Eine Beratung kann helfen, Sichtweisen sichtbar zu machen, gemeinsame Ziele zu formulieren und Aufgaben so zu verteilen, dass Konflikte nicht die gesamte Begleitung bestimmen.
Erklären Sie in einfachen, altersgerechten Worten, dass das Gehirn krank ist und deshalb manche Dinge vergessen oder durcheinandergebracht werden. Betonen Sie, dass die Krankheit nicht ansteckend ist und Oma oder Opa die Kinder trotzdem lieb hat. Ermutigen Sie Kinder, Fragen zu stellen, und bereiten Sie sie auf ungewohnte Situationen vor.
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