Vereinsamung bei Demenz: Soziale Kontakte stärken

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Vereinsamung bei Demenz: Soziale Kontakte stärken
Einzelne Person steht allein auf einem leeren, markierten Parkplatz bei Nacht

Das Wichtigste in Kürze

Warum vereinsamen Angehörige? Pflege kostet Zeit und Kraft, und gleichzeitig ziehen sich Verwandte oder Freunde oft zurück. So verlieren Angehörige nach und nach ihr soziales Netz.

Warum sind Kontakte wichtig? Soziale Kontakte schützen vor Krankheit und Einsamkeit. Fehlen sie, steigt laut WHO das Risiko für Schlaganfälle, Angststörungen, Depressionen und mehr.

Was hilft dagegen? Sie können sich eine „Wahlfamilie“ aufbauen – aus Nachbarn, Bekannten oder anderen pflegenden Angehörigen. Solche Beziehungen geben gegenseitige Unterstützung und Halt.

Ist das Ihr erster Gedanke zu „Vereinsamung bei Demenz“?

Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen. Außerdem gibt es in meiner Familie einen Menschen mit Demenz. Da hält sich schon die eigene Verwandtschaft fern. Außenstehende wollen da schon gar nichts damit zu tun haben. Genau das ist der Kern von Vereinsamung bei Demenz: Angehörige verlieren nach und nach ihr soziales Netz.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass menschliche Verbindungen Einsamkeit verhindern. Und soziale Kontakte schützen vor Krankheit. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat betont, dass Menschen ohne starke soziale Kontakte einem höheren Risiko für Schlaganfälle, Angststörungen, Demenz, Depressionen und Suizid ausgesetzt sind. Gerade Angehörige von erkrankten Personen geraten zunehmend in die Isolation. Einerseits ist die Pflege und Betreuung zeitaufwändig. Andererseits bleiben manche Familienmitglieder und Freunde fern.

Wenn Angehörige sich nach einem langen Gespräch von mir verabschieden, dann sagen sie oft „danke für’s Zuhören. Ich fühle mich so oft allein und leide unter dieser Kontaktarmut.“ Jeder Angehörige eines Menschen mit Demenz ist Experte im Umgang mit der Krankheit. Und dennoch lade ich Sie ein, einmal über meinen Tipp nachzudenken.

Sie machen damit nicht Ihren eigenen Familienkreis schlecht, Sie erweitern ihn einfach. Diese Variante eignet sich vor allem dann, wenn Ihre eigene Familie oder Ihre Freunde weit weg wohnen und Sie nicht im Alltag unterstützen können.

Aus welchen Personen besteht nun so eine Wahlfamilie? Das sind Menschen, zu denen Sie eine gute Verbindung haben. Das können Nachbarn oder Bekannte aus dem Sportverein oder Chormitglieder sein. Oder auch andere betreuende Angehörige, die am besten nachvollziehen können, was Sie alles für die erkrankte Person tagtäglich leisten.

Wahlfamilien scheinen auch nur auf den ersten Blick ungewohnt.

Es gibt sie immer wieder, zum Beispiel:

  • Eine Freundin passt auf Ihre kleine Tochter auf
  • Ihr Nachbar gießt die Blumen während Ihres Urlaubs
  • Sie gehen für einen kranken Onkel einkaufen

Diese wertvollen Beziehungen bieten gegenseitige Unterstützung. Und dies ist absolut notwendig, wenn Sie jemanden mit Demenz betreuen. Eine Nachbarin kann wie eine Schwester sein, der Ortspfarrer ein spiritueller Begleiter. In besonders schwierigen Momenten kann auch eine virtuelle Gruppe von pflegenden Angehörigen eine Anlaufstelle sein.

Wenn Sie keine Familie haben, dann dürfen Sie sich eine zusammenstellen. Als begleitender und pflegender Angehöriger sollte Ihnen auf Ihrem langen und anstrengenden Weg ein soziales Netzwerk als Stütze zur Verfügung stehen.

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