Gerade jetzt vor den vielen bevorstehenden Festivitäten werde ich von Angehörigen öfters gefragt ob es überhaupt Sinn macht, traditionelle Aktivitäten wie den Besuch eines Adventmarktes oder die familiäre Weihnachtsfeier aufrecht zu erhalten.
Bist du auch der Meinung, dass diese Aktivitäten sinnlos geworden sind?  Weil Menschen mit Demenz weder Interesse zeigen noch was dazu beitragen können?
Gerade die jährlichen Traditionen sind oft schon von der Kindheit her bekannt. Sie wecken in den erkrankten Personen Erinnerungen die schon längst vergessen waren. Obendrein geben diese wiederholten Interaktionen den Menschen ein Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit.

WAS IST ANDERS?

Menschen mit Demenz brauchen positive Gefühle. Um dies zu gewährleisten, musst du die Feierlichkeiten auf die aktuelle Situation des Betroffenen abstimmen. Wenn du zum Beispiel den Besuch eines Adventmarktes planst, dann vermeide große bekannte Standorte und wähle den überschaubaren kleineren Marktplatz in deiner Umgebung.

Nimm dir ausreichend Zeit, um deinen erkrankten Angehörigen genügend Impulse zu geben. Kerzenduft und Gewürze wie Zimt und Vanille einatmen. Die bunte Vielfalt an Christbaumschmuck bestaunen. Holzspielzeug und Wolle angreifen. Die Verkostung von (alkoholfreiem) Punsch und Lebkuchen.

So ein Erlebnis mit allen Sinnen verursacht automatisch positive Gefühle beim Betroffenen wie auch beim Angehörigen.

GESTALTET EUER FEST!

Mache dir bewusst, dass solche Rituale der gesamten Familie helfen können. Es lohnt, den oft schwierigen Alltag im Umgang mit der Krankheit Demenz für einige Zeit zu vergessen. Sag daher weder die Adventjause noch das Weihnachtsfest ab, nur weil es nicht mehr so gefeiert werden kann wie bisher. Überlege dir in Ruhe welche Veränderungen du vornehmen solltest, damit die Festivitäten trotz Demenz stattfinden können. Die Änderung kann den Ort, die Zeit oder die Abfolge der Veranstaltung betreffen.

Je flexibler und gelassener du mit den notwendigen Veränderungen umgehst, desto harmonischer wird die geplante familiäre Zusammenkunft ablaufen. Keiner verlangt, dass du perfekt bist. Fehler dürfen passieren. Wenn über kleine Missgeschicke gelacht wird, dann sorgt dies meist für eine entspannte und angenehme Atmosphäre.

Ein Freudenfest für die Sinne stärkt die Zusammengehörigkeit der betreuenden Angehörigen.  Und es vermittelt ein sichtbares Bild der Solidarität mit der an Demenz erkrankten Person.