
Das Wichtigste in Kürze
Warum die Nacht zum Tag wird Menschen mit Demenz verlieren oft das Zeitgefühl, dösen tagsüber und sind nachts wach – das raubt pflegenden Angehörigen den Schlaf.
Was hilft? Ein gleichbleibender Tagesablauf, sinnvolle Beschäftigung und feste Rituale helfen, den Wach-Schlaf-Rhythmus wieder zu finden.
Wie konkret umsetzen? Zum Beispiel gewohnte Abläufe beibehalten, kleine Aufgaben oder Bewegung einbauen und abends mit Vorlesen oder ruhiger Musik einstimmen.
Demenz-Schlafstörungen lindern – hier finden Sie 3 Tipps
Wenn für Menschen mit Demenz die Nacht zum Tag wird, dann ist dies für viele pflegende Personen eine extreme Herausforderung im Alltag mit der Krankheit.
Denn dieses Verhalten raubt vor allem den begleitenden Angehörigen den Schlaf.
Gehören Sie auch zu jener Gruppe, die davon träumt, mal wieder so richtig ausschlafen zu können?
Wenn die Nacht zum Tag wird für Menschen mit Demenz, dann dösen die Betroffenen tagsüber. Die BetreuerInnen leiden aber unter akutem Schlafmangel und den Folgeerscheinungen. Laut dem österreichischen Demenzportal kommt eine solche Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus bei etwa 40 Prozent der Menschen mit Demenz vor.
Die permanente Erschöpfung erhöht nicht nur den Stresspegel, sondern kann zu schweren Krankheiten führen. Die logische Folge davon ist sehr oft die Unterbringung der erkrankten Angehörigen in einem Pflegeheim.
3 Tipps, die helfen, Demenz-Schlafstörungen zu lindern
Damit die Nacht in den eigenen vier Wänden für alle Beteiligten wieder erholsam wird, möchte ich Ihnen ein paar Tipps geben, wie sich der normale Rhythmus wieder einstellen kann:
Tipp 1: Tagesablauf strukturieren – gleicher Rhythmus
Im Krankheitsverlauf kommt es nicht nur zu räumlichen Orientierungsschwierigkeiten. Auch das Gefühl für Zeit geht verloren. Deswegen sollte der Tagesablauf für den Betroffenen möglichst immer im gleichen Rhythmus erfolgen. Je mehr Sie dabei die Gewohnheiten der erkrankten Person berücksichtigen, desto besser gelingt die Organisation.
Ein praktisches Beispiel: Wenn Herr Maier immer vor seiner Morgentoilette Kaffee getrunken hat, dann könnte es Ihnen jetzt passieren, dass er nur widerwillig im Bad beginnt. Denn viele Jahre ist er mit einer Tasse Kaffee in den Tag gestartet. Auch ausreichend Tageslicht am Vormittag hilft, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu stabilisieren – bei anhaltenden Problemen kann ergänzend eine ärztlich begleitete Lichttherapie sinnvoll sein.
Tipp 2: Menschen mit Demenz brauchen Beschäftigung: Aktivprogramm überlegen
Neben fixen Essenszeiten sollten Sie sich auch ein Aktivprogramm überlegen. Jeder Mensch braucht sinnvolle Beschäftigung.
Es könnten Tätigkeiten im Haushalt wie Wäsche zusammenlegen oder Pflanzen gießen, zugeteilt werden. Oder Unterstützung beim Kochen wie Gemüse kleinschneiden und Tisch decken sein.
Ein kleines Bewegungsprogramm wie Gartenarbeit oder Spaziergänge an der frischen Luft oder Sitzgymnastik ist ebenfalls zu empfehlen. Denn es sorgt nicht nur für den Erhalt der Selbstständigkeit, sondern auch für eine angenehme Müdigkeit und damit für eine geruhsame Nacht.
Spiel und Spaß ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei Ihrer Planung.
Genauso viel Freude bereiten zum Beispiel:
- Gemeinsames Singen
- Fotoalben anschauen
- Malen
- Puzzles mit großen Teilen legen
Tipp 3: Abendliches Ritual vor dem Schlafen gehen
Auch ein abendliches Ritual wie Geschichte vorlesen oder Entspannungsmusik hören beruhigt und unterstützt den Betroffenen beim Einschlafen.
Wenn für Menschen mit Demenz die Nacht zum Tag wird, dann braucht es liebevolle „Zeitgeber“, die sie unterstützen, zum gewohnten Wach-Schlaf-Rhythmus zu finden. Halten die Schlafprobleme trotz dieser Maßnahmen an, ist es sinnvoll, die Ursache ärztlich abklären zu lassen, denn manchmal stecken behandelbare Gründe wie Schmerzen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine Depression dahinter.
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Fördern Sie tagsüber ausreichend Aktivität und Tageslicht, um den natürlichen Rhythmus zu unterstützen, und vermeiden Sie lange Nickerchen am Nachmittag. Feste, ruhige Abendrituale können signalisieren, dass die Nachtruhe beginnt. Reduzieren Sie abends Koffein sowie aufregende Reize wie lauten Fernsehkonsum. Bei anhaltenden Problemen sollte ärztlich geprüft werden.
Helle Lichttherapie, meist am Morgen angewendet, kann helfen, den gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus bei Demenz zu stabilisieren. Sie wird als nicht-medikamentöse Alternative oder Ergänzung zu Schlafmedikamenten zunehmend eingesetzt und untersucht. Die Anwendung sollte individuell abgestimmt und idealerweise ärztlich begleitet werden. In Kombination mit ausreichend Tagesaktivität kann Lichttherapie die Schlafqualität verbessern.
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