
Das Wichtigste in Kürze
Warum Bewegung? Bewegung schafft Begegnung: Sie fördert Freude, soziale Kontakte und wirkt sich positiv auf Körper, Gedächtnis und Wohlbefinden aus.
Was, wenn nicht mehr fit? Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern darum, Körperteile bewusst wahrzunehmen – kleine Spaziergänge oder Alltagsbewegungen genügen bereits.
Was hilft konkret? Achten Sie auf Tempo, klare Erklärungen und Mimik der Person; für weniger mobile Menschen eignen sich Sitzgymnastik, Bewegungslieder oder einfache Alltagsgegenstände wie Bälle und Tücher.
Bewegung bedeutet Veränderung – entweder der körperlichen Position oder in der Gefühlswelt, und daraus kann Begegnung entstehen.
Mit Bewegung zur Begegnung: Um uns in Bewegung zu setzen, brauchen wir einen Antreiber. Dieser Motor wird immer dann gestartet, wenn wir ein bestimmtes Bedürfnis befriedigen wollen.
Das kann ein Ortswechsel sein, aber auch eine Veränderung unserer Haltung oder eine Gefühlsregung.
Für manche Menschen ist körperliche Aktivität ein Fixtermin in ihrem Kalender, weil ein positiver Ausdruck dahinter steht wie Freude und Spaß, Entspannung und Wohlbefinden. Mit Bewegung zur Begegnung lautet deren Motto, sich mit Gleichgesinnten zu bewegen und sozialen Kontakt zu pflegen. Das ist oft die Basis für eine gute Freundschaft. Die meisten Menschen betrachten die körperliche Bewegung als notwendiges Übel, und je höher das Lebensalter, desto weniger Antrieb ist vorhanden.
Dabei schützt regelmäßige Bewegung nicht nur vor Übergewicht, sondern hilft auch Alterungsprozesse hintanzuhalten, wie z. B. das Senken des Blutdrucks oder Vorbeugung von Gefäßverkalkung oder Zuckerkrankheit. Auch unser Gedächtnis profitiert, weil aufgrund der Aktivität eine verbesserte Durchblutung entsteht und damit mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt. Mit Bewegung zur Begegnung bedeutet daher auch, seinen Körper mit seinem Geist und seiner Seele zu verbinden.
Gehören Sie auch zu den Personen, die meinen:
Sport im Alter ist doch gefährlich!
Mein Bewegungsapparat lässt dies nicht mehr zu!
Dann kann ich Ihnen guten Gewissens sagen: Keine Sorge, es geht nicht um sportliche Höchstleistungen oder darum, dass jemand schmerzverzerrt Körperverrenkungen vornimmt. Denn alles, was nicht ständig geübt wird, gerät zunehmend in Vergessenheit.
Je besser Menschen mit Demenz bewusst ihre Körperteile wahrnehmen und spüren, desto länger werden sie davon Gebrauch machen. Kleine Spaziergänge in der Natur regen zusätzlich die Sinne an, stärken das Immunsystem und ermöglichen den sozialen Kontakt mit anderen Personen.
Wenn pflegende Angehörige ein paar Dinge beachten, können sie viel dazu beitragen, dass Fit-mach-mit Spaß bereitet: auf die körperlichen Gegebenheiten der erkrankten Person achten, jede Übung langsam und deutlich erklären und vorzeigen, den Betroffenen zum Mitmachen einladen und auf seine Mimik und Gestik achten, um eventuell auftretende Schmerzen wahrzunehmen.
Auch hier findet Bewegung mit Begegnung statt, nämlich im gemeinsamen Tun, und Alltagsbewegungen wie Niedersetzen, Aufstehen oder Treppensteigen sind hilfreich für den Erhalt der Selbstständigkeit.
Für Personen, welche aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht mehr sicher stehen oder nur mehr sitzen können, gibt es spezielle Gymnastik sowie Sitztänze. Auch kleine Bewegungsgeschichten und -lieder bringen gute Laune und sorgen für Abwechslung im täglichen Training.
Mit Gegenständen und Farben zu arbeiten kann so ganz nebenbei die Sinne anregen und hat den Vorteil, dass Ausdauertraining von einigen Minuten mit den Betroffenen möglich wird.
Diese Alltagsgegenstände können den Bewegungsdrang erhöhen:
- Bälle
- bunte Tücher
- Papprollen
- Bierdeckel
- Wäscheklammern
- Zeitungspapier
Daher mein Tipp: nicht warten, sondern noch heute starten!

AUCH ONLINEHäufige Fragen
Idealerweise sollte täglich, wenn möglich, eine Form von Bewegung stattfinden, etwa ein kurzer Spaziergang oder leichte Gymnastikübungen. Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf Schlaf, Stimmung und teilweise auch auf den Krankheitsverlauf aus. Die Intensität sollte individuell angepasst werden, wichtiger als Dauer ist die Regelmäßigkeit.
Allgemein werden mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche empfohlen, verteilt auf mehrere Tage, ergänzt durch Krafttraining an zwei Tagen. Bereits regelmäßige, zügige Spaziergänge können einen deutlichen präventiven Effekt entfalten. Wichtiger als eine einzelne intensive Trainingseinheit ist die Regelmäßigkeit über einen langen Zeitraum. Auch im höheren Lebensalter lohnt sich der Beginn regelmäßiger Bewegung noch erheblich.
Physiotherapie kann helfen, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Muskelkraft zu erhalten, was das Sturzrisiko reduziert und die Selbstständigkeit fördert. Auch bei Begleiterkrankungen wie Parkinson-Demenz spielt gezielte Bewegungstherapie eine wichtige Rolle. Regelmäßige, angepasste Übungen können zusätzlich die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden positiv beeinflussen. Eine ärztliche Verordnung ermöglicht in der Regel die Kostenübernahme.
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