
Das Wichtigste in Kürze
Warum lachen? Menschen mit Demenz erleben oft nur Grenzen und Misserfolge. Lachen holt sie kurz aus dieser Situation heraus und schenkt Freude.
Was hilft konkret? Gemeinsam einen lustigen Film ansehen, sich verkleiden wie ein Clown oder ein „Faltenfest“ mit Zeitungen, Jause und Girlanden feiern.
Was bringt es? Lachen entspannt Körper und Seele, löst positive Gefühle aus und stärkt das Miteinander – für Betroffene und Angehörige gleichermaßen.
Ist das nicht eine verkehrte Welt, die schreckliche Krankheit und man soll lachen trotz Demenz?
„Wir haben nichts zu lachen; die Tage sind gefüllt mit Sorgen, Stress. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen, die wir gar nicht alle meistern können, wir sind schon froh, wenn wir einen Tag mal ohne Streit und ohne Frust überstehen“, höre ich immer wieder von pflegenden Angehörigen.
Gerade deswegen braucht es Lachen trotz Demenz! Denn Betroffene sind gerade zu Beginn der Erkrankung mit dem Verlust von so vielen Fähigkeiten konfrontiert; ständig hören sie nur, was sie nicht können oder schon wieder falsch gemacht haben. Wie gut tut es da, hin und wieder aus dieser Situation auszusteigen und ein wenig Freude zu spüren.
Mimik und Gestik verstehen selbst jene Personen, deren Krankheitsverlauf schon weit fortgeschritten ist, und sie spüren, ob jemand gut gelaunt oder grantig und widerwillig auf sie zukommt. Vielleicht ist ja gerade die Faschingszeit eine Chance für eine andere Form der Begegnung, einfach Lachen trotz Demenz.
Sehen Sie sich gemeinsam einen lustigen Film an oder erinnern Sie sich an eine peinliche Begebenheit oder ein Missgeschick aus der Vergangenheit, über die Sie damals herzlich gelacht haben. Weshalb nicht einmal verkleiden oder schminken wie ein Clown? Einfach mit einem Lippenstift eine rote Nase und rote Wangen oder vielleicht auch einen großen dicken lachenden Mund malen – Sie werden merken, es macht Ihnen beiden Spaß, mal unbeschwert und ausgelassen wie die Kinder zu sein.
Oder veranstalten Sie mal ein Faltenfest. Ja, du hast richtig gehört und alles ist erlaubt. Fasching ist ja die Zeit, wo die Narren ihre Freiheit genießen und deshalb ist es nur gerechtfertigt, die Welt auch mal von einem Kopfstand aus zu betrachten.
Ein paar Anregungen sollen auch helfen, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen:
- nehmt alte Zeitungen und faltet diese zu einem Fächer; malt alles, was Falten hat, an, z. B. eine Ziehharmonika;
- gestaltet eine Jause, indem ihr die Wurst oder den Käse mal gefaltet aufs Brot legt und dann mit Senf ein lachendes Gesicht zeichnet,
- macht eine kleine Gedächtnisübung mit der Frage, was alles Falten haben kann, wie z. B. ein schrumpeliger Apfel. Wahrnehmungsübungen gehen selbst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf:
- eine bunte Girlande auseinander- und wieder zusammenfalten, die bunten Farben und das Befühlen mit den Fingern regen die entsprechenden Sinne an.
Lachen bewegt:
Und Bewegung tut gut. Lachen trotz Demenz entspannt die Muskulatur und löst positive Gefühle bei den Betroffenen aus. Körper, Geist und Seele atmen auf und entschärfen so manch schwierige Situation. Lachen bringt auf jeden Fall Abwechslung in den Alltag für alle Beteiligten und stärkt das Miteinander. Deshalb ist es nie verkehrt, wieder einmal herzlich und kräftig zu lachen!
Hier gibt es auch ein Video dazu: „Humor und Demenz“

Humor und Demenz
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