10 Warnsymptome von Demenz: Erste Anzeichen erkennen und richtig handeln

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10 Warnsymptome von Demenz: Erste Anzeichen erkennen und richtig handeln

Warnsymptome von Demenz

Vergesslichkeit gehört bis zu einem gewissen Grad zum normalen Älterwerden. Wenn jedoch Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Urteilsvermögen oder die Bewältigung vertrauter Aufgaben zunehmend beeinträchtigt sind und sich diese Veränderungen auf den Alltag auswirken, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Eine Demenz betrifft nicht ausschließlich das Gedächtnis. Je nach zugrunde liegender Erkrankung können auch Sprache, Orientierung, Aufmerksamkeit, Problemlösen, räumliche Wahrnehmung, Verhalten oder Persönlichkeit verändert sein.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt unter den möglichen frühen Symptomen einer Demenz unter anderem das Vergessen kürzlich zurückliegender Ereignisse, das Verlegen von Gegenständen, Orientierungsprobleme, Schwierigkeiten beim Problemlösen und Entscheiden, Wortfindungsprobleme sowie Schwierigkeiten bei vertrauten Alltagstätigkeiten.

Auch das österreichische Gesundheitsportal beschreibt neben Gedächtnisstörungen unter anderem Veränderungen von Sprache, Denkvermögen, Urteilsfähigkeit, Orientierung, Aufmerksamkeit und Alltagskompetenz.

Wichtig: Einzelne dieser Veränderungen bedeuten nicht automatisch, dass eine Demenz vorliegt. Entscheidend sind insbesondere neu auftretende, zunehmende oder den Alltag beeinträchtigende Veränderungen.

Was ist normale Vergesslichkeit – und wann kann sie ein Warnsymptom von Demenz sein?

Gelegentlich einen Namen zu vergessen, einen Schlüssel zu verlegen oder einen Termin zu übersehen, ist nicht automatisch ein Hinweis auf Demenz.

Aufmerksam sollte man insbesondere dann werden, wenn Veränderungen häufiger auftreten, zunehmen oder Fähigkeiten betreffen, die eine Person bisher problemlos beherrscht hat.

Die Alzheimer’s Association unterscheidet deshalb ausdrücklich zwischen typischen altersbedingten Veränderungen und möglichen Warnzeichen einer Alzheimer-Krankheit oder anderen Demenz.

1. Gedächtnisprobleme beeinträchtigen zunehmend den Alltag

Eines der bekanntesten frühen Warnzeichen sind zunehmende Schwierigkeiten, sich neue Informationen oder kürzlich stattgefundene Ereignisse zu merken.

Mögliche Beispiele sind:

  • wichtige Termine oder Absprachen wiederholt vergessen,

  • dieselben Fragen mehrfach stellen,

  • kürzlich geführte Gespräche nicht mehr erinnern,

  • zunehmend auf Notizen oder Angehörige angewiesen sein.

Gelegentlich einen Termin oder Namen zu vergessen und sich später wieder daran zu erinnern, kann hingegen im normalen Alltag vorkommen.

Gedächtnisstörungen gehören laut WHO zu den möglichen frühen Symptomen einer Demenz.

2. Gegenstände werden häufig verlegt und nicht wiedergefunden

Schlüssel oder Brille gelegentlich zu suchen, kennt fast jeder.

Auffällig kann es werden, wenn Gegenstände wiederholt an ungewöhnlichen Orten abgelegt werden und die betroffene Person nicht mehr nachvollziehen kann, wie sie dorthin gelangt sind.

Manchmal entsteht dadurch sogar der Verdacht, andere Personen hätten die vermissten Gegenstände weggenommen.

Das wiederholte Verlegen oder Verlieren von Gegenständen wird sowohl von der WHO als auch von der Alzheimer’s Association als mögliches Warnzeichen beschrieben.

3. Wortfindungs- und Sprachprobleme nehmen zu

Dass einem gelegentlich ein bestimmtes Wort nicht einfällt, ist zunächst nichts Ungewöhnliches.

Bei kognitiven Veränderungen können Wortfindungsprobleme jedoch häufiger werden. Betroffene verlieren beispielsweise während eines Gesprächs den Faden, wiederholen sich oder haben zunehmend Schwierigkeiten, vertraute Gegenstände zu benennen.

Auch Probleme, einem Gespräch zu folgen, können auftreten.

Sprach- und Kommunikationsprobleme gehören laut WHO zu möglichen frühen Symptomen einer Demenz.

4. Vertraute Alltagstätigkeiten werden schwieriger

Ein wichtiges Warnzeichen kann sein, dass Tätigkeiten, die früher selbstverständlich waren, zunehmend Schwierigkeiten bereiten.

Beispiele sind:

  • eine vertraute Mahlzeit zubereiten,

  • Medikamente richtig organisieren,

  • Rechnungen oder Überweisungen erledigen,

  • technische Geräte bedienen,

  • bekannte Arbeitsabläufe durchführen,

  • eine vertraute Strecke bewältigen.

Die Beeinträchtigung der Alltagskompetenz spielt auch bei der medizinischen Beurteilung kognitiver Veränderungen eine wichtige Rolle.

Informationen zur Diagnostik bietet das österreichische Gesundheitsportal.

5. Zeitliche oder räumliche Orientierung lässt nach

Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen können zunehmend Schwierigkeiten haben, Datum, Wochentag, Jahreszeit oder zeitliche Abläufe richtig einzuordnen.

Auch räumliche Orientierungsprobleme sind möglich.

Betroffene können beispielsweise:

  • sich an bekannten Orten nicht mehr zurechtfinden,

  • Schwierigkeiten haben, einen vertrauten Weg zu finden,

  • vergessen, wo sie sich befinden,

  • nicht mehr nachvollziehen können, wie sie an einen bestimmten Ort gekommen sind.

Orientierungsprobleme und das Verlieren des Zeitgefühls zählen laut WHO zu möglichen frühen Warnzeichen.

6. Stimmung und Verhalten verändern sich deutlich

Eine Demenz kann sich auch durch Veränderungen von Stimmung, Motivation oder Verhalten bemerkbar machen.

Möglich sind beispielsweise:

  • ungewöhnliche Ängstlichkeit,

  • Reizbarkeit,

  • Misstrauen,

  • zunehmende Unsicherheit,

  • auffällige Unruhe,

  • Veränderungen der Motivation.

Solche Veränderungen können verschiedene Ursachen haben und sind keineswegs automatisch ein Zeichen für Demenz.

Die WHO weist jedoch darauf hin, dass Veränderungen von Stimmung und Verhalten teilweise bereits vor ausgeprägten Gedächtnisproblemen auftreten können.

7. Urteilsvermögen und Entscheidungsfähigkeit verändern sich

Die ersten Symptome einer Demenz können sehr unterschiedlich sein und hängen unter anderem von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Gelegentliche Fehlentscheidungen gehören zum Leben.

Auffällig kann es jedoch werden, wenn sich das bisherige Urteilsvermögen deutlich verändert.

Das kann sich beispielsweise zeigen durch:

  • ungewöhnliche finanzielle Entscheidungen,

  • Schwierigkeiten beim Umgang mit Geld,

  • unangemessene Entscheidungen in Alltagssituationen,

  • erhöhte Anfälligkeit für Betrugsversuche,

  • Schwierigkeiten, Risiken richtig einzuschätzen.

Probleme beim Entscheiden und Problemlösen werden auch von der WHO als mögliche frühe Symptome beschrieben.

8. Rückzug aus sozialen Aktivitäten

Menschen können sich aus vielen Gründen zeitweise zurückziehen.

Wenn jedoch vertraute Hobbys, soziale Kontakte oder Aktivitäten zunehmend aufgegeben werden, sollte man genauer hinsehen.

Manchmal ziehen sich Menschen zurück, weil ihnen Gespräche schwerer fallen oder sie bemerken, dass bestimmte Tätigkeiten nicht mehr so gut funktionieren wie früher.

Sozialer Rückzug gehört zu den von der WHO beschriebenen möglichen Verhaltensänderungen bei Demenz.

9. Planung, Rechnen und Problemlösen fallen zunehmend schwer

Kognitive Veränderungen können auch sogenannte exekutive Funktionen betreffen – also Fähigkeiten, die wir benötigen, um Handlungen zu planen, zu organisieren und Probleme zu lösen.

Auffällig können beispielsweise zunehmende Schwierigkeiten sein bei:

  • Rechnungen und Bankangelegenheiten,

  • der Planung mehrerer Arbeitsschritte,

  • dem Befolgen eines vertrauten Rezepts,

  • organisatorischen Aufgaben,

  • dem Umgang mit Zahlen.

Solche Schwierigkeiten können bei verschiedenen Demenzformen auftreten. Sie müssen jedoch immer im Zusammenhang mit weiteren Symptomen und der bisherigen Leistungsfähigkeit einer Person beurteilt werden.

10. Persönlichkeit verändert sich auffällig

Auch ausgeprägte Veränderungen der Persönlichkeit können Anlass für eine medizinische Abklärung sein.

Dazu können beispielsweise zunehmende Teilnahmslosigkeit, Enthemmung, Misstrauen oder ein deutlich verändertes Sozialverhalten gehören.

Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen können bei verschiedenen Demenzformen unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei bestimmten Erkrankungen wie der frontotemporalen Demenz können Veränderungen von Verhalten und Persönlichkeit besonders im Vordergrund stehen.

Auch das National Institute on Aging weist darauf hin, dass neben Gedächtnisproblemen Veränderungen von Denken, Urteilsvermögen und Verhalten auftreten können.

Wann sollte man die Symptome ärztlich abklären lassen?

Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn Veränderungen

  • neu auftreten,

  • über längere Zeit bestehen,

  • zunehmend stärker werden,

  • mehrere kognitive Bereiche betreffen oder

  • die Selbstständigkeit im Alltag beeinträchtigen.

Dabei geht es nicht nur darum, eine mögliche Demenz festzustellen.

Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme können unterschiedliche Ursachen haben. Im Rahmen einer professionellen Diagnostik wird deshalb geprüft, ob eine Demenzerkrankung oder eine andere Ursache hinter den Beschwerden steht.

Das österreichische Gesundheitsportal zur Demenzdiagnostik nennt als erste Anlaufstelle die Hausärztin oder den Hausarzt. Je nach Situation können weitere Untersuchungen durch Neurologie, Psychiatrie, Gedächtnisambulanzen oder Memory-Kliniken erfolgen.

Die aktuelle S3-Leitlinie Demenzen 2026 der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie beschreibt die wissenschaftlichen Standards der Demenzdiagnostik und -behandlung.

Können diese Warnsymptome eine Demenz beweisen?

Nein.

Warnsymptome können einen Verdacht begründen, ersetzen aber keine medizinische Diagnose.

Auch ein kognitiver Kurztest allein kann eine Alzheimer-Krankheit oder eine andere Demenz weder sicher bestätigen noch ausschließen.

Zur Diagnostik können je nach individueller Situation unter anderem gehören:

  • ausführliche Anamnese,

  • Fremdanamnese durch Angehörige,

  • körperliche und neurologische Untersuchung,

  • neuropsychologische Untersuchungen,

  • Laboruntersuchungen,

  • bildgebende Verfahren wie MRT oder CT sowie

  • bei entsprechender Indikation weiterführende Biomarkerdiagnostik.

Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite Demenz-Test: Kognitive Veränderungen erkennen und richtig abklären.

Warum eine frühe Abklärung sinnvoll ist

Eine frühe diagnostische Abklärung kann helfen, die Ursache kognitiver Veränderungen zu erkennen und behandelbare beziehungsweise beeinflussbare Faktoren zu identifizieren.

Darüber hinaus ermöglicht eine Diagnose Betroffenen und Angehörigen, sich frühzeitig über Behandlungsmöglichkeiten, Unterstützung, Vorsorge und die weitere Lebensplanung zu informieren.

Das österreichische Gesundheitsportal betont deshalb die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung und Diagnostik.

Wissenschaftliche Grundlage

Die medizinischen Informationen dieser Seite orientieren sich insbesondere an:

World Health Organization (WHO):
Dementia – Signs and symptoms

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) / Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN):
S3-Leitlinie Demenzen 2026

Österreichisches Bundesministerium / Öffentliches Gesundheitsportal Österreich:
Demenz – Diagnose

National Institute on Aging (NIH):
What Are the Signs of Alzheimer’s Disease?

Alzheimer’s Association:
10 Early Signs and Symptoms of Alzheimer’s and Dementia

Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle medizinische Beratung.

Bei neu auftretenden, zunehmenden oder den Alltag beeinträchtigenden Veränderungen von Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Verhalten oder anderen kognitiven Fähigkeiten sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Fachliche Prüfung: Andrea Stix, MSc – akademische Demenzexpertin

Informieren Sie sich über die Möglichkeiten eines Demenz-Tests

Weitere Tipps gibt es in folgenden Videos:

„Die Vorteile einer Früherkennung von Demenz“ und „Verweigerung Arztbesuch bei Demenz“

Lesen sie auch den Artikel über Demenzstadien und Symptome

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