
Meta-Description (ca. 150 Zeichen): Müde, unkonzentriert, Hausübung nicht fertig, weil du zu Hause hilfst? So erklärst du es in der Schule, und das können Lehrkräfte tun.
Das Wichtigste in Kürze
Wem sagen? Einer Vertrauensperson in der Schule, etwa der Klassenvorständin, der Schulpsychologie oder einer Lehrkraft, der du vertraust. Ein Satz reicht für den Anfang.
Wie sagen? Zum Beispiel: „Bei uns zu Hause ist jemand krank, und ich helfe viel mit. Deshalb bin ich manchmal müde.“ Auch ein Zettel oder eine Nachricht geht.
Was kannst du dir wünschen? Mehr Zeit für Abgaben, eine Ansprechperson und Verständnis bei Verspätungen oder Fehlzeiten – und dass niemand in der Klasse davon erfährt, wenn du das nicht willst.
Wenn zu Hause jemand krank ist oder Demenz hat, geht es nach der Schule weiter: kochen, aufpassen, helfen. Dann bleibt wenig Zeit zum Lernen, und die Gedanken sind im Unterricht oft woanders. Viele Young Carers sagen in der Schule trotzdem nichts, weil sie Angst vor Mitleid, Getuschel oder Ärger haben.
Das ist verständlich. Es kann aber helfen, wenigstens eine Person einzuweihen.
Wie es für Young Carers in der Schule oft läuft
Studien zeigen: Schule kann Halt geben, aber auch Druck machen. Viele Young Carers fürchten, beurteilt oder gemobbt zu werden, und halten ihre Situation geheim. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Wien (Nagl-Cupal et al., 2026) bestätigt, dass pflegende Kinder und Jugendliche aus Loyalität, Scham oder Angst vor Stigmatisierung häufig schweigen. Müdigkeit, Fehlzeiten, schlechtere Noten und fehlende Hausübungen werden dann als Faulheit gelesen, obwohl der Grund ein anderer ist.
Wem kannst du es sagen?
- einer Lehrerin oder einem Lehrer, der oder dem du vertraust
- der Klassenvorständin oder dem Klassenvorstand
- der Schulsozialarbeit oder der Schulpsychologie
- der Vertrauenslehrer:in, falls es an deiner Schule jemanden gibt
Du musst nicht die ganze Geschichte erzählen. Ein Satz reicht für den Anfang.
So kannst du es sagen
„Bei uns zu Hause ist jemand krank [oder: hat Demenz], und ich helfe viel mit. Deshalb bin ich manchmal müde oder komme nicht zur Hausübung. Können wir kurz reden?“
Du kannst auch einen Zettel schreiben oder eine Nachricht schicken, wenn dir das Sprechen schwerfällt. Frag am Anfang, wer davon erfahren wird und was mit der Information passiert. Du darfst sagen, was du nicht weitergegeben haben willst.
Was du dir wünschen kannst
- mehr Zeit für Abgaben oder verschobene Tests in Ausnahmesituationen
- eine Ansprechperson, wenn es dir zu viel wird
- Verständnis, wenn du zu spät kommst oder fehlst
- dass niemand in der Klasse davon erfährt, wenn du das nicht willst
Ob und was möglich ist, entscheidet jede Schule selbst. Aber fragen darfst du immer.
Und die Lernzeit?
- Feste kleine Lernfenster planen, zum Beispiel 25 Minuten, dann Pause.
- Lernen in der Schule oder Bibliothek, wenn zu Hause zu viel los ist.
- Zeit für Schlaf schützen, auch wenn es schwerfällt.
Hilfe beim Lernen und beim Sortieren deiner Situation bekommst du auch bei Hilfe holen: Anlaufstellen für Young Carers in Österreich.
Für Lehrkräfte und Eltern
Young Carers fallen oft nicht auf, weil sie sich zusammenreißen.
Mögliche Hinweise:
- häufige Müdigkeit
- Fehlzeiten
- fehlende Hausübungen
- Rückzug
- Sorge um zu Hause
Was hilft:
- Gespräch auf Augenhöhe suchen und die Leistung zu Hause wertschätzen
- Vertrauen aufbauen und regelmäßig nachfragen
- auf Hilfsangebote hinweisen, ohne Druck
- im Rahmen des Möglichen flexibel sein, etwa bei Abgaben
- Fachstellen einbeziehen, zum Beispiel superhands, die IG pflegende Angehörige oder 147 Rat auf Draht
Das Österreichische Jugendrotkreuz bietet die „Infobox Young Carers“ mit Material für zwei bis vier Unterrichtsstunden an. FELiX Demenzbegleitung bietet Vorträge und Fortbildungen zum Thema Demenz in der Familie.
AUCH ONLINEPersönliche Unterstützung bei Demenz
Wir begleiten Sie persönlich – telefonisch, online oder vor Ort.
