Wut ist ein Grundgefühl auch für pflegende Angehörige

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Wut ist ein Grundgefühl auch für pflegende Angehörige
Wut ist ein Grundgefühl

Das Wichtigste in Kürze

Warum diese Wut? Wut ist ein Grundgefühl, das entsteht, weil Sie sich hingebungsvoll aufopfern und trotzdem gute Ratschläge von außen bekommen.

Ist das normal? Ja, Wut gehört zu jeder Beziehung dazu, in der man sich nicht gleichgültig gegenübersteht – auch in der Pflege.

Was hilft dagegen? Sprechen Sie den Ärger aus, schreiben oder zeichnen Sie ihn sich von der Seele, oder bewegen Sie sich an der frischen Luft – so bauen Sie Wut ab, statt sie zu unterdrücken oder an der erkrankten Person auszulassen.

Wut ist ein Grundgefühl speziell für pflegende Angehörige, die einen Menschen hingebungsvoll pflegen

Herz über Kopf – diesen Ratschlag können Sie als pflegende und begleitende Angehörige nicht mehr hören?

Herz über Kopf – was bedeutet das eigentlich?

Im Alltag mit einem Menschen mit Demenz lassen sich viele Situationen nicht mehr allein mit Logik und vernünftigen Argumenten lösen. „Herz über Kopf“ bedeutet deshalb: Versuchen Sie nicht immer, zuerst zu erklären, zu korrigieren oder zu überzeugen. Fragen Sie sich stattdessen: Was fühlt dieser Mensch gerade? Was braucht er in diesem Moment? Manchmal hilft Verständnis mehr als eine sachlich richtige Antwort.

Sie geben alles, damit es der erkrankten Person an nichts mangelt. Tagein, tagaus stellen Sie Ihre eigenen Wünsche hinten an, um den Bedürfnissen des Menschen mit Demenz gerecht zu werden. Sie organisieren Termine, kümmern sich um Pflege und Gestaltung eines Wohlfühlklimas. Und dann kommen von außen die sogenannten guten Tipps, was Sie nicht alles besser oder anders machen sollten. Und Sie haben sicher auch schon oft gehört, dass Sie freundlicher, geduldiger und liebevoller im Umgang sein müssen!

Herz über Kopf ist somit eine wahre Herausforderung, die gerade bei solchen Ratschlägen enorme Wut und Verzweiflung in Ihnen auslösen kann und Sie sind nahe dran, alles liegen und stehen zu lassen. In solchen Momenten sind Sie ein Opfer der Krankheit Demenz, Sie haben keine Kraft mehr, sehen sich nur mit Verlusten und der geänderten Familiensituation konfrontiert und erhalten obendrein keinen Lohn für Ihr Mühen und Bemühen.

Herz über Kopf bedeutet aber zunächst einmal, dass Sie sich bewusst machen:

Wut ist ein Grundgefühl, das in jeder Beziehung auftritt, in der man sich nicht gleichgültig gegenübersteht.

Entscheidend ist nun der richtige Umgang mit diesem Gefühl. Sie sollten den Ärger weder an der erkrankten Person auslassen noch stillschweigend hinunterschlucken, da dies gesundheitliche Probleme zur Folge hat.

Es gibt nun mehrere Wege, mit Wut auf positive Art umzugehen.

Wenn es Ihnen möglich ist, sprechen Sie die Person, die Sie so wütend gemacht hat, direkt darauf an, um den aufgestauten Ärger loszuwerden. Falls Ihnen das zu schwierig erscheint, schreiben oder zeichnen Sie sich einfach alles von der Seele. Es gibt aber auch die Möglichkeit der körperlichen Betätigung wie z. B. Gartenarbeit oder Ihr Lieblingssport. Von aggressivem Abreagieren wie Kissen-Einschlagen raten Fachleute mittlerweile eher ab, da Studien zeigen, dass dies die Wut oft eher verstärkt statt sie abzubauen – hilfreicher ist es, sich an der frischen Luft zu bewegen oder den Ärger im Wald laut herauszuschreien, ohne dabei aggressiv zu handeln.

Das Herauslassen der aufgestauten Wut bewirkt, dass Sie sich wohler fühlen, weil eine große Last von Ihnen abfällt. Nun wäre es gut, wenn Sie sich noch ein paar Minuten Zeit für sich nehmen und in sich hinein hören, was gerade Ihre Bedürfnisse sind und was Sie brauchen, um glücklich zu sein. Schaffen Sie sich in diesem Augenblick Raum für neue positive und liebevolle Gedanken.

Ärger und Wut auf positive Weise abzubauen ist die beste Gesundheitsvorsorge für Sie selbst und lässt Sie auch im Pflege-Alltag barmherzig sein.

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© Andrea Stix, MSc – ausschließlich für den persönlichen Gebrauch.
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