Demenz Bücher für Angehörige mit Tipps von Experten

Andrea Stix, MSc hat hier Rezensionen für eine exklusive Liste von Demenz Büchern zusammengestellt

"Rendezvous der Herzen" ist ein berührendes Tagebuch von Andrea Stix, MSc. Es gibt einen tiefen Einblick in Ihre Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen.

eBook Rendezvous der Herzen

Dieses Tagebuch zeigt, dass Kontinuität in der Begleitung einer an Demenz erkrankten Person für alle Beteiligten wesentlich ist. 

Durch den regelmäßigen Besuch von Andrea Stix entsteht eine vertrauensvolle Beziehung zur erkrankten Person, wodurch ein individuelles, auf die Person und deren Krankheitsverlauf abgestimmtes Training ermöglicht wird.

 

Hier finden Sie einen Auszug der angewendeten Methoden und Techniken:

a.) Rituale sind wichtige Orientierungshilfen für Menschen mit Demenz

Neben Festen im Jahreskreis können dies einfache Gesten sein, um in Beziehung zu treten. In diesem Tagebuch sind dies zum Beispiel immer Begrüßung und Verabschiedung.

Nachzulesen im Tagebucheintrag:

Handreichung zu Beginn des Besuchs, 14. Jänner
Begleitung zum Mittagessen, 11. März

Mehr Infos über Rituale finden Sie auch in unserem Blog „Menschen mit Demenz brauchen positive Gefühle“ 

b.) Du bist wichtig

Eine wertschätzende und empathische Haltung ist Voraussetzung, um mit einem Menschen mit Demenz in Beziehung zu treten. Nur wenn man auf Augenhöhe und mit Interesse an der Person gegenüber ganz präsent ist, können wunderbare Glücksmomente entstehen.

siehe Tagebucheintrag:
mit Namen ansprechen sagt den Menschen „ich bin gemeint“, 28. Jänner statt „ausfragen“, auch von sich etwas erzählen, 24. Juni

Information über Validation finden Sie unter „Validation bei Demenz nach Naomi Feil“

c.) Biografiearbeit

Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass die ältere Generation bereits einen großen Vorrat an Lebenserfahrung gesammelt hat. Je öfter man solche Kenntnisse in den Alltag einbaut, desto mehr Wohlbefinden und Lebensqualität haben Menschen mit Demenz.

siehe Tagebucheintrag:
Gedächtnistraining mit Uhren, 27. Mai
Gespräch über Fußball, 17. Juni

Lesen Sie dazu auch unseren Blog über „Biografiearbeit“

d.) Bewegung

Körperliche Betätigung ist gerade bei Menschen mit Demenz wichtig. Es sorgt für eine bessere Durchblutung, aktiviert die Gehirnzellen, Selbstständigkeit und Motorik bleiben länger erhalten

siehe Tagebucheintrag:
Garten zur Aktivierung der Sinne, 1. April
Übungen im Sitzen, 23. November

Im Blog „Bewegung machen trotz Demenz“ finden Sie weitere Beispiele

e.) Zeitliche Orientierung

Zahlen, Daten, Fakten als Mittel zur Realitätsorientierung sind bei Menschen mit Demenz nur bedingt einsetzbar. Anstatt die Betroffenen damit zu überfordern, eignen sich Gespräche oder Aktivitäten der Jahreszeit entsprechend.

siehe Tagebucheintrag:
Frühlingserwachen, 11. März
Rund um die Kartoffel, 30. September

f.) Musik wirkt

Selbst wenn die verbale Sprache nicht mehr möglich ist, können Menschen mit Demenz noch sehr lange singen oder sich im Takt bewegen. Musik kann auch für Entspannung und Wohlbefinden sorgen

siehe Tagebucheintrag:
Singen als soziale Aktivität, 14. Jänner
Singen zur Entspannung, 14. Oktober

Zusätzliche Tipps finden Sie im Blog „Kommunikation bei Demenz – 7 Fallbeispiele“

„Das Gartenjahr für Menschen mit Demenz“ von Ulrike Kreuer

Das Gartenjahr für Menschen mit Demenz, Ulrike Kreuer

Rezension von Andrea Stix, MSc, Akademische Demenzexpertin, April 2022

Im Jahreskreis wird beschrieben, wie sich die Natur im Garten verändert und welche Tätigkeiten dazu erledigt werden können, jeweils abgestimmt auf die körperliche und kognitive Fähigkeit von Menschen mit Demenz. Passend zur jeweiligen Jahreszeit gibt es jeden Monat auch Anregungen, Erinnerungen zu wecken, die mit der eigenen Lebensgeschichte in Zusammenhang stehen, wie zum Beispiel Brauchtum oder bewährte Tipps aus der eigenen Garten-Biografie.

Einfach und übersichtlich werden die einzelnen Ideen der jeweiligen Jahreszeit entsprechend beschrieben. Durch die Angabe von benötigtem Material und Zeitbedarf ist eine gute Planung möglich. Diese Vorschläge sind sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen bestens geeignet und regen die eigene Kreativität der Teilnehmer*innen an.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Menschen mit Demenz, die im Garten arbeiten, weniger aggressiv sind, sich automatisch mehr bewegen und durch die Tätigkeiten das Selbstwertgefühl gestärkt wird.

Dieses Buch ist ein Ideengeber für ein Beschäftigungsprogramm über das ganze Jahr, unabhängig vom Stadium der Erkrankung, da neben Beweglichkeit auch die Sinne angesprochen werden und auf diese Weise zur eigenen Aktivität anregen.

siehe auch Blog Artikel: „Eine sinnvolle Beschäftigung bei Demenz macht Sinn“

„Tiergestützte Interventionen für Menschen mit Demenz“ von Anne Kahlisch Markgraf

Tiergestützte Interventionen

Rezension von Andrea Stix, akademische Demenzexpertin, Juni 2020

Tiere unterstützen vor allem die ältere Generation auf vielfältige Weise. Sie bewahren vor Einsamkeit, sind Seelentröster, sorgen für Entspannung und brauchen Betreuung. Sie nehmen die Person so wie sie ist, verstehen ohne Worte und können daher gerade für Menschen mit Demenz ein Faktor für Lebensqualität sein.

Deswegen ist dieser Ratgeber nicht nur für Tierbesitzer, sondern für alle Personen, die Menschen mit Demenz betreuen und begleiten. Tier und Mensch haben besondere Bedürfnisse – auf beide wird optimal eingegangen. Die Autorin gibt ihre jahrelange Erfahrung in der tiergestützten Arbeit weiter. Sie geht sowohl auf die rechtlichen Belange einer tiergestützten Kommunikation als auch auf die Grundzüge einer optimalen Kommunikation bei Demenz ein.

Haustiere, ob groß oder klein, benötigen ein gewisses Umfeld, um sich wohlzufühlen und mit den erkrankten Personen optimal zu interagieren. Nicht jedes Tier ist für jede erkrankte Person geeignet, deswegen gibt es pro Tierart viele praktische Tipps für die Durchführung einer Einzel- oder Gruppenintervention. Zahlreiche Illustrationen unterstützen das Verständnis und machen die Ausführungen lebendig. Darüber hinaus gibt es ausreichend Inspiration für weiterführende Aktivierungen wie z.B. Tierpuzzles.

Zusätzlich enthält dieses Fachbuch viele weiterführende Kontaktdaten und vertiefende Literaturhinweise. Viele Onlinematerialen wie Formulare werden von der Autorin für AnwenderInnen einer tiergestützten Intervention als Bonus zur Verfügung gestellt.

"Herausforderndes Verhalten bei Demenz" von Elvén, Agger, Ljungmann

Herausforderndes Verhalten bei Demenz von Elvén, Agger, Ljungmann

Rezension von Andrea Stix, akademische Demenzexpertin, Juni 2020

Jede Person, die einen Menschen mit Demenz unterstützt, ist im Laufe der Betreuung mit schwierigen Situationen konfrontiert. Herausfordernd sind diese Verhalten deshalb, weil sie nicht der erkrankten Person, sondern den Begleitpersonen einiges abverlangen. Wer nicht bereit ist, seine Einstellung und Haltung zu ändern, für den wird die Pflege immer anstrengender und konfliktreicher. 

Dieses Fachbuch ist deshalb so wertvoll, weil es Situationen beschreibt, die alltäglich sind in der Begleitung von Menschen mit Demenz. Sie können sich in Heimen genauso abspielen wie im häuslichen Bereich.

Nach einer gewissenhaften Analyse der Fallstudien werden Hinweise und Tipps gegeben für mögliche Veränderungen der provozierenden Situationen. Biografisches Wissen über die zu betreuende Person kann unterstützen, um der Ursache und dem dahintersteckenden Bedürfnis möglichst nahe zu kommen.

Es gilt jede Situation auf die Person individuell abzustimmen. Am Beginn ist das Erstellen eines „Aktionsplans“ sicher zeitaufwändig. Aber auf Dauer gesehen trägt es zum Wohlbefinden für alle Beteiligten bei, weil die Ereignisse bald anders verlaufen und somit das Konfliktpotential reduziert wird.

Neben vielen Fallbeispielen enthält dieses Nachschlagewerk auch eine Kurz-Beschreibung der häufigsten Demenzformen. Je nach Demenzform stehen andere Symptome im Vordergrund und dies sollte bei der Ausarbeitung des „Aktionsplans“ berücksichtigt werden. Weiters gibt es im Anhang Anregungen für Gruppendiskussionen sowie Literaturempfehlungen.

"Das Herz wird nicht dement" von Dr. Udo Baer, Gabi Schotte-Lange

Buch Das Herz wird nicht dement - Udo Baer, Gabi Schotte-Lange

Demenz ist mehr als Gedächtnisverlust. Sie beeinflusst Gefühle, die gesamte Art, wie Menschen sich und ihre Welt erleben. Über ihr Herz können wir sie erreichen, wenn wir nur wissen, wie. Rücksichtsvoll, warmherzig und verständlich beschreiben Udo Baer und Gabi Schotte-Lange die Innenwelten von Demenzkranken. Obwohl sie uns zu entgleiten scheinen, gibt es Wege, mit ihnen in Kontakt zu treten, Wege auch, die es den Erkrankten möglich machen, ihre Würde zu behalten und weiterhin schöne Momente zu erleben. Ein Abschlusskapitel lenkt den Blick auf die Pflegenden und das, was sie zu ihrer eigenen Unterstützung brauchen.

"Demenz, ist das ein Tier wie Krebs?: Mit Kindern über Demenz reden" von Bianca Mattern, Eva-Maria Popp

Buch Demenz, ist das ein Tier wie Krebs - Mit Kindern über Demenz reden

Demenz ist ein Thema, das viele Familien und somit auch viele Kinder betrifft. Entweder die Kinder leben in einer Familie zusammen mit einem demenziell Erkrankten, sie haben Freunde, in deren Familien Demenz auftritt oder sie kommen in den Medien damit in Berührung. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Kinder offene und ehrliche Informationen zur Demenz erhalten. Doch wie bei anderen schwierigen Themen heißt es auch hier:

„Wie sag’ ich’s meinem Kinde?“ Dieses Buch unterstützt Eltern, Lehrer und Erzieher beim Gespräch über Demenz. Der erste Teil des Buches erklärt den Erwachsenen, warum das Thema Demenz für Kinder wichtig ist.
Der zweite Teil wendet sich mit einer illustrierten Geschichte an die Kinder und gibt ehrliche Antworten auf kindliche Fragen. Im dritten Teil kommen in einer Schreibwerkstatt Kinder selbst zu Wort. Ergänzt wird das Buch durch eine Lehrer- bzw. Erzieherhandreichung, die einen einfachen Transfer in Kita oder Schule ermöglicht. Es ist ein Ratgeber für Eltern, Pädagogen aber auch die Kinder selbst, wenn es darum geht, die Demenz in all ihren Facetten zu erfassen. Pädagogisch sehr wertvoll!

"Demenz und Alzheimer verstehen" von Huub Buijssen

Demenz und Alzheimer verstehen - Huub Buijssen

Jeder dritte Erwachsene mit Eltern über 65 Jahren wird früher oder später mit der Betreuung eines demenzkranken Elternteils konfrontiert sein. Angehörige, Partner und Freunde leiden am Ende oft mehr, als der Betroffene selbst. Auch ihnen soll dieses Buch helfen. Fünf Jahre nach Erscheinen seines erfolgreichen Buches »Demenz und Alzheimer verstehen« legt der Autor nun eine völlige Neubearbeitung vor. Das Buch erklärt, was Alzheimer und Demenz sind, beschreibt ihren fortlaufenden Prozess und gibt Rat, wie wir uns um Erkrankte am besten kümmern und mit ihrem Schicksal umgehen.

"Vergesslich, störrisch, undankbar?" von Schützendorf und Dannecker

Vergesslich störrisch undankbar? Schützendorf Dannecker

Immer mehr Menschen leiden an Demenz und brauchen Hilfe. Entgegen dem hartnäckigen Vorurteil, alte Menschen würden abgeschoben, wird diese Hilfe überwiegend durch die Familien geleistet – oft bis zur Erschöpfung der Pflegenden. Mit sehr viel Verständnis für alte Menschen, aber auch für die Bedürfnisse der betreuenden Angehörigen, beschreiben die Autoren den Verlauf einer Demenzerkrankung. 

Das Beispiel von Gerti Thomas und ihrer Mutter Elisabeth Bach schildert typische Probleme einer pflegenden Familie, von Frau Bachs ersten Anzeichen von Verwirrtheit bis zu ihrem Tod. Lese auch unsere Buchrezension im Blog.

"Wie lieben dich, auch wenn du uns vergisst" von Sophie Rosentreter

Wie lieben dich, auch wenn du uns vergisst - Sophie Rosentreter

Demenz ist eine Volkskrankheit. Schon heute leiden 1,3 Millionen Menschen in Deutschland darunter, Tendenz steigend. Sophie Rosentreter hat jahrelang ihre demente Großmutter gepflegt und noch zahllose glückliche Momente mit ihr erlebt. 

Sie fordert Aufklärung und ein Umdenken.

Wir müssen lernen, dass Demenz ein normaler Teil des Alterns ist, und die betroffenen Menschen zurück in die Mitte unserer Gesellschaft holen.

"Abschied zu Lebzeiten" von Inga Tönnies

Abschied zu Lebzeiten – Inga Tönnies

Auf der Suche nach Literatur, die ihr bei der Bewältigung ihrer seelischen Belastung helfen könnte, stellte die Autorin fest, dass die vorhandenen Bücher zum Thema Demenz stets den kranken Menschen ins Zentrum stellen. Also führte sie Interviews mit Familienmitgliedern von Demenzkranken und fragte sie nach ihren Erfahrungen. Menschen, die ihre Väter, Mütter oder Partner rund um die Uhr pflegen, aber auch diejenigen, die „nur“ Hausbesuche machen, schildern, was ihnen abverlangt wird.

Ein bewegendes Buch, das Angehörigen hilft, ihre Gefühle von Trauer und Hilflosigkeit, von Scham, Kränkung und Wut zu akzeptieren.

"Frau Janzen geht tanzen" von Uli Zeller

Buch Frau Janzen geht tanzen - Uli Zeller

Frau Janzen geht tanzen“ – das sind kurze Geschichten zum Vorlesen voller humorvoller Situationen: Geburtstagsgeschichten, Jahreszeitengeschichten, Tiergeschichten, Sprichwörter … Menschen mit Demenz erinnern sich dabei an vieles, das ihnen vertraut ist. Zwischendurch gibt es immer wieder etwas zum Raten, Ergänzen oder Mitmachen.
Mit praktischen Tipps, wie das Vorlesen besser ankommt. Alles ist in der Praxis erprobt.

"Frau Krause macht Pause" von Uli Zeller

Frau Krause macht Pause - Uli Zeller

Wortspiele und lustige Reime gehören zu Uli Zellers Andachten dazu. Menschen mit Demenz lieben das, so die Erfahrung des Autors. Er ist Seelsorger in einem Altenheim und hat alles in der Praxis erprobt. Die Andachten sind kurz und lebendig, oft in eine kleine Geschichte verpackt. Außerdem gibt es praktische Tipps zum Vorlesen sowie Gebete zum Mitsprechen und Ergänzen.

„Überlebenstipps für Elternkümmerer“ von Petra B. Wieschalla

Überlebenstipps für Elternkümmerer

Rezension von Andrea Stix, akademische Demenzexpertin, November 2020

Ein Ratgeber aus der Praxis für die Praxis für all jene, deren Eltern sich im wohlverdienten Ruhestand befinden und denen wichtig ist, dass deren Lebensqualität bis zur letzten Lebensphase erhalten bleibt.

Von der IST-Situation ausgehend kann anhand von Checklisten die eigene Familiensituation erörtert und ein individueller persönlicher Maßnahmenkatalog für die einzelnen Schritte im Bedarfsfall erstellt werden. Dies hilft Konflikte zwischen Kindern und Eltern als auch zwischen Geschwistern zu verringern oder gar zu vermeiden.

Gut begleiten kann nur, wer nicht auf die Selbstfürsorge vergisst. In diesem Ratgeber findet man viele Anregungen und Tipps, um auch als „Elternkümmerer“ auf sein eigenes Wohlbefinden zu achten. 

Die Unterstützung von Eltern mit Demenz ist für viele eine besondere Herausforderung. In einem eigenen Kapitel werden mögliche Symptome und viele nützliche Hinweise für ein gelingendes Miteinander beschrieben. Die angeführten Buchtipps ermöglichen eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Krankheit.

Mit diesem Arbeitsbuch lassen sich anhand von Checklisten und vielen nützlichen Tipps „Stolperfallen“ in der Begleitung von Eltern vermeiden. Dieser Ratgeber sollte daher in keinem Bücherregal fehlen!