Buchempfehlungen rund um das Thema Demenz

Die nachfolgenden Buchempfehlungen zum Thema Demenz stehen in meiner eigenen Bibliothek. Meine Klienten profitieren aus den daraus gewonnen Erfahrungen.

Buch Erinnern - Eine Anleitung zur Biografiearbeit

Erinnern: Eine Anleitung zur Biographiearbeit mit älteren Menschen
Autoren: von Caroline Osborn, Pam Schweitzer, Angelika Trilling

Alte Menschen verlieren mit den Jahren häufig den realen Bezug zu ihrer Vergangenheit. Ein verborgenes Kuriositäten-Sortiment im Nachttisch ist nicht selten die letzte stumme Verbindung zu Freunden, Verwandten und vertrauter Umgebung.
Das Buch widmet sich der Bedeutung des Erinnerns als Identitätssicherung und Erfahrung von Wirklichkeit. In einem bewusst auf die Praxis der Altenpflege zugeschnittenen Handlungskonzept werden die vielfältigen Formen der Kommunikation über den Lebenslauf alter Menschen erläutert. Die Spannbreite der Vorschläge zur Gestaltung einer kreativen Gruppenarbeit ist breit gefächert. Darüber hinaus werden methodische Grundlagen und inhaltliche Anregungen vermittelt.

Buch Frau Wolff wird wunderlich von Peter Wolff

Frau Wolff … wird wunderlich – Wie die Demenz meiner Mutter unser Leben verändert – Peter Wolff

Rezension von Demenzexpertin Andrea Stix, Nov 2019

Schonungslos mutig und ehrlich beschreibt der Sohn Peter Wolff über die Hilflosigkeit und Ahnungslosigkeit der Wesensveränderung seiner Mutter. Die Odyssee bis die Krankheit, eine Lewy-Body-Demenz, tatsächlich diagnostiziert wird, stellt sicher keinen Einzelfall dar.

Die aufrichtige Erkenntnis von Peter Wolff, dass man sich nicht über die Krankheit informiert, bevor man nicht selbst direkt oder indirekt damit konfrontiert ist, zeigt wie wichtig es ist, sich Grundwissen über die Krankheit anzueignen. Der Autor will damit auch Bewusstsein schaffen, dass hinter Änderungen im Verhalten oder auftretenden Symptomen ev. auch eine Demenzerkrankung stecken könnte.

In der Beschreibung von einzelnen Situationen verwendet der Sohn abwechselnd den Vornamen und den Familiennamen seiner Mutter. Damit wird sehr deutlich das Wechselspiel von Nähe und Distanz, von liebender Fürsorge und von Wut auf die Krankheit bzw. Überforderung und Gefühlschaos dargestellt. Mit diesem Wechsel wird dem Leser – ohne weitere Erklärung – verdeutlicht, dass es kaum gelingt, all das zu begreifen, was sich im außen und/oder innen einer an Demenz erkrankten Person abspielt.

Nach dem Untersuchungsmarathon der Familie – um endlich Klarheit für das „merkwürdige“ Verhalten von Frau Wolff zu erhalten – erwartet man fast Erleichterung bei Erhalt der Diagnose. Aber das Gegenteil ist der Fall. Zu Überforderung und Hilflosigkeit gesellt sich noch Hoffnungslosigkeit, denn die Krankheit ist nach wie vor unheilbar.

Dieses Buch soll daher eine Hilfestellung bieten für pflegende Angehörige. Die detaillierten Erzählungen sind eine Aufforderung sich seinen Gefühlen zu stellen und die geänderte Lebenssituation für das gesamte Familiensystem so gut wie möglich zu akzeptieren. Und, dass man mit der richtigen Einstellung und vor allem mit einem liebenden Herzen auch schöne und fröhliche Stunden mit Menschen mit Demenz erleben kann. Mit seiner Offenheit richtet der Autor auch einen Appell an die betroffenen Familien entsprechende Unterstützungsangebote anzunehmen.

Dieses Buch ist verständlich und klar geschrieben. Und es zeigt auf, dass Menschen mit Demenz noch lange eigene selbstständige Persönlichkeiten sind, die mit entsprechender Unterstützung ihren Alltag noch lange gestalten können. Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die sich mit der Krankheit im Alltag auseinandersetzen möchten.

Buch Helga Rohra - Aus dem Schatten treten

Aus dem Schatten treten. Warum ich mich für unsere Rechte als Demenzbetroffene einsetze – Helga Rohra

Eine einzigartige Stimme. Mit 54 Jahren wurde Helga Rohra die Diagnose Lewy-Body-Demenz gestellt. Sie stürzte in eine Depression. Als sie Anfang 2010 erstmals öffentlich über ihre Demenz sprach, tat sie das noch unter dem Pseudonym Helen Merlin.

Seitdem ist viel passiert: Helga Rohra wurde zu einer Aktivistin, die sich einmischt, um die Sache der Menschen mit Demenz zu vertreten: Im Vorstand der Alzheimer Gesellschaft München, in den Medien und auf Demenz-Kongressen. Ich bin dement, na und? , ist ihr Motto, wenn sie von ihren Erlebnissen mit Nicht-Dementen berichtet.

Buch von Helga Rohra - Ja zum Leben - trotz Demenz

Ja zum Leben trotz Demenz! Warum ich kämpfe – Helga Rohra

Unter den Demenzaktivisten gibt es weltweit nur zwei Publizisten. Helga Rohra ist eine von ihnen. Sie kämpft auf jährlich bis zu 100 Veranstaltungen und mit ihrem Verein Trotzdemenz e.V. für eine neue Sichtweise auf Menschen mit Demenz. Für ihre Arbeit wurde sie 2014 mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet und 2015 zur Botschafterin für internationales Engagement ernannt.

Ich möchte Sie berühren und nicht nur informieren – so beginnt Helga Rohra meist ihre Vorträge, und das gelingt ihr auch. In ihrem neuen Buch Ja zum Leben trotz Demenz! gewährt Rohra einen seltenen Einblick in die Welt eines Menschen mit diagnostizierter Demenz. Sie erzählt auf packende Art und Weise, wie sie tagtäglich mit der Demenz lebt und trotz der Schwierigkeiten daraus sogar gestärkt hervor geht.

Buch Wie kannst du nur... - Werner Nussgraber

Wie kannst du nur… – Werner Nussgraber

Viele Anzeichen und einige Hinweise von Bekannten und dennoch…. den Angehörigen ist nicht bewusst, dass diese Veränderungen und Verhaltensweisen mit Demenz zu tun haben könnten. Humorvoll und ehrlich erzählt der Autor, wie die Krankheit das Leben der Familie bestimmt und, er lässt den Leser mitfühlen, welchen Belastungen pflegende Angehörige ausgesetzt sind. Selbst als ausgebildeter diplomierter Sozialbetreuer gerät er an seine Grenzen im aufreibenden Alltag in der Betreuung seiner erkrankten Mutter. Er selbst sagt: ich möchte nicht belehren, sondern informieren. Mein Buch kann dazu animieren, meinem Beispiel zu folgen, es kann aber auch davon abhalten.

Buch Die Demenz, er und ich ... - Hanna Fiedler

Die Demenz, er und ich … – Hanna Fiedler

Im Sommer 2018 bekam Hanna Fiedlers Welt einen Riss. Einen endgültigen. Franz, ihr Mann, ihr Geliebter, verlor den Kampf gegen seine Krankheit. Doch verloren hatte sie ihn schon Jahre zuvor. An eine Konkurrentin, gegen die niemand ankommt: die Demenz.
Diese Krankheit hat viele Gesichter. Grausame, bedrohliche, aber auch unerwartet zarte, leise, manchmal sogar schöne, in denen eine Nähe möglich ist, die man nicht mehr erwarten würde. Eine Nähe, die man schon lange vermisst hat, die man aber gar nicht mehr richtig zulassen kann.
Wie es ist vergessen zu werden, wie sie im Alltag damit umging und welche enormen Herausforderungen es mit sich bringt, einen Demenzerkrankten zum Partner zu haben, davon erzählt dieses Buch.

Es öffnet aber auch Wege, gibt Hoffnung und zeigt anderen Betroffenen und ihren pflegenden Angehörigen, dass Humor trotz allem eine gute Medizin ist. Hanna Fiedler schreibt in ihrem Buch nicht über die Krankheit und ihre Opfer, sie schreibt über ihre eigenen Erfahrungen, ihre Schwierigkeiten und ihre Sichtweise. Sie erzählt aber auch über ihren eigenen Beitrag und ihre Wünsche – für sich selbst und für alle Menschen, die im engeren oder weiteren Sinn in Zukunft mit der Erkrankung „Demenz“ konfrontiert sein werden.

Buch Demenz: Wissenswertes für Betroffene, Angehörige und Betreuende - DDr.in Sabine Wöger

Demenz: Wissenswertes für Betroffene, Angehörige und Betreuende – DDr.in Sabine Wöger

Die Autorin lässt Betroffene und Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen zu Wort kommen. LeserInnen erhalten Einblick in die Erlebens- und Gefühlswelt der Erkrankten und fachliche Informationen über das Krankheitsbild. Mit der wachsenden Fähigkeit, sich in die Erkrankten einzufühlen, kann ihr Schmerz der sozialen Einsamkeit und ebenso die Angst der Angehörigen, die Person durch geistigen Zerfall zu verlieren, gelindert werden. Ein Plädoyer für die Würde von an Demenz erkrankten Menschen und für den achtsamen Umgang der Betreuenden mit sich selbst.

Buch Das Herz wird nicht dement - Udo Baer, Gabi Schotte-Lange

Das Herz wird nicht dement – Udo Baer, Gabi Schotte-Lange

Demenz ist mehr als Gedächtnisverlust. Sie beeinflusst Gefühle, die gesamte Art, wie Menschen sich und ihre Welt erleben. Über ihr Herz können wir sie erreichen, wenn wir nur wissen, wie. Rücksichtsvoll, warmherzig und verständlich beschreiben Udo Baer und Gabi Schotte-Lange die Innenwelten von Demenzkranken. Obwohl sie uns zu entgleiten scheinen, gibt es Wege, mit ihnen in Kontakt zu treten, Wege auch, die es den Erkrankten möglich machen, ihre Würde zu behalten und weiterhin schöne Momente zu erleben. Ein Abschlusskapitel lenkt den Blick auf die Pflegenden und das, was sie zu ihrer eigenen Unterstützung brauchen.

BuchBuch Demenz, ist das ein Tier wie Krebs - Mit Kindern über Demenz reden

Demenz, ist das ein Tier wie Krebs?“: Mit Kindern über Demenz reden

Demenz ist ein Thema, das viele Familien und somit auch viele Kinder betrifft. Entweder die Kinder leben in einer Familie zusammen mit einem demenziell Erkrankten, sie haben Freunde, in deren Familien Demenz auftritt oder sie kommen in den Medien damit in Berührung. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Kinder offene und ehrliche Informationen zur Demenz erhalten. Doch wie bei anderen schwierigen Themen heißt es auch hier: „Wie sag’ ich’s meinem Kinde?“ Dieses Buch unterstützt Eltern, Lehrer und Erzieher beim Gespräch über Demenz. Der erste Teil des Buches erklärt den Erwachsenen, warum das Thema Demenz für Kinder wichtig ist. Der zweite Teil wendet sich mit einer illustrierten Geschichte an die Kinder und gibt ehrliche Antworten auf kindliche Fragen. Im dritten Teil kommen in einer Schreibwerkstatt Kinder selbst zu Wort. Ergänzt wird das Buch durch eine Lehrer- bzw. Erzieherhandreichung, die einen einfachen Transfer in Kita oder Schule ermöglicht. Es ist ein Ratgeber für Eltern, Pädagogen aber auch die Kinder selbst, wenn es darum geht, die Demenz in all ihren Facetten zu erfassen. Pädagogisch sehr wertvoll!

Buch Frau Janzen geht tanzen - Uli Zeller

Frau Janzen geht tanzen – Uli Zeller

Frau Janzen geht tanzen“ – das sind kurze Geschichten zum Vorlesen voller humorvoller Situationen: Geburtstagsgeschichten, Jahreszeitengeschichten, Tiergeschichten, Sprichwörter … Menschen mit Demenz erinnern sich dabei an vieles, das ihnen vertraut ist. Zwischendurch gibt es immer wieder etwas zum Raten, Ergänzen oder Mitmachen.
Mit praktischen Tipps, wie das Vorlesen besser ankommt. Alles ist in der Praxis erprobt.

Frau Krause macht Pause - Uli Zeller

Frau Krause macht Pause – Uli Zeller

Wortspiele und lustige Reime gehören zu Uli Zellers Andachten dazu. Menschen mit Demenz lieben das, so die Erfahrung des Autors. Er ist Seelsorger in einem Altenheim und hat alles in der Praxis erprobt. Die Andachten sind kurz und lebendig, oft in eine kleine Geschichte verpackt. Außerdem gibt es praktische Tipps zum Vorlesen sowie Gebete zum Mitsprechen und Ergänzen.

Alzheimer - Diagnose, Verlauf, Behandlung - Experten und Betroffene berichten

Alzheimer – Diagnose, Verlauf, Behandlung – Experten und Betroffene berichten

Alzheimer – das schleichende Vergessen. Vor keiner Erkrankung haben die Menschen derzeit mehr Angst. Das Buch klärt über diese und andere Formen von Demenz auf. Es liefert Hintergründe und Tipps und lässt Experten und Betroffene zu Wort kommen. Und es zeigt, dass auch ein Mensch mit Alzheimer durchaus glücklich sein kann.

Demenz und Alzheimer verstehen - Huub Buijssen

Demenz und Alzheimer verstehen – Huub Buijssen

Jeder dritte Erwachsene mit Eltern über 65 Jahren wird früher oder später mit der Betreuung eines demenzkranken Elternteils konfrontiert sein. Angehörige, Partner und Freunde leiden am Ende oft mehr, als der Betroffene selbst. Auch ihnen soll dieses Buch helfen. Fünf Jahre nach Erscheinen seines erfolgreichen Buches »Demenz und Alzheimer verstehen« legt der Autor nun eine völlige Neubearbeitung vor. Das Buch erklärt, was Alzheimer und Demenz sind, beschreibt ihren fortlaufenden Prozess und gibt Rat, wie wir uns um Erkrankte am besten kümmern und mit ihrem Schicksal umgehen.

Mein Leben ohne Gesten - Still Alice

Mein Leben ohne Gesten – Still Alice

Als Alice erfährt, dass sie an der Alzheimer-Krankheit leidet, kann sie es erst gar nicht fassen. Sie ist doch erst fünfzig! Machtlos muss sie dabei zusehen, wie die Erinnerungen ihr mehr und mehr entgleiten. Wie soll sie sich in ihrem eigenen Leben zurechtfinden? Mit beeindruckendem Mut stellt sie sich einer Zukunft, in der vieles nicht mehr da ist und doch etwas bleibt: die Liebe.

Der alte König in seinem Exil - Arno Geiger

Der alte König in seinem Exil – Arno Geiger

Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Germanistik – Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Universität Augsburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit beschäftigt sich mit ethischen Aspekten im Umgang mit Menschen, die an Alzheimer oder Demenz erkrankt sind. Als Beispiel soll dafür Arno Geigers Roman „Der alte König in seinem Exil“ dienen, der sich sehr detailliert mit dem Thema auseinandersetzt. Das Leben mit dem demenzkranken Vater des Autors liefert dabei mehrere essentielle Gesichtspunkte, die erörtert werden (Beziehung zu Demenzkranken, Umgang mit Heimatlosigkeit u.Ä.

Vergesslich, störrisch, undankbar – Schützendorf und Dannecker

Vergesslich, störrisch, undankbar? – Schützendorf und Dannecker

Immer mehr Menschen leiden an Demenz und brauchen Hilfe. Entgegen dem hartnäckigen Vorurteil, alte Menschen würden abgeschoben, wird diese Hilfe überwiegend durch die Familien geleistet – oft bis zur Erschöpfung der Pflegenden. Mit sehr viel Verständnis für alte Menschen, aber auch für die Bedürfnisse der betreuenden Angehörigen, beschreiben die Autoren den Verlauf einer Demenzerkrankung. Das Beispiel von Gerti Thomas und ihrer Mutter Elisabeth Bach schildert typische Probleme einer pflegenden Familie, von Frau Bachs ersten Anzeichen von Verwirrtheit bis zu ihrem Tod. Lese auch unsere Buchrezension im Blog.

Wie lieben dich, auch wenn du uns vergisst - Sophie Rosentreter

Wie lieben dich, auch wenn du uns vergisst – Sophie Rosentreter

Demenz ist eine Volkskrankheit. Schon heute leiden 1,3 Millionen Menschen in Deutschland darunter, Tendenz steigend. Sophie Rosentreter hat jahrelang ihre demente Großmutter gepflegt und noch zahllose glückliche Momente mit ihr erlebt. Sie fordert Aufklärung und ein Umdenken: Wir müssen lernen, dass Demenz ein normaler Teil des Alterns ist, und die betroffenen Menschen zurück in die Mitte unserer Gesellschaft holen.

Abschied zu Lebzeiten – Inga Tönnies

Abschied zu Lebzeiten – Inga Tönnies

Auf der Suche nach Literatur, die ihr bei der Bewältigung ihrer seelischen Belastung helfen könnte, stellte die Autorin fest, dass die vorhandenen Bücher zum Thema Demenz stets den kranken Menschen ins Zentrum stellen. Also führte sie Interviews mit Familienmitgliedern von Demenzkranken und fragte sie nach ihren Erfahrungen. Menschen, die ihre Väter, Mütter oder Partner rund um die Uhr pflegen, aber auch diejenigen, die „nur“ Hausbesuche machen, schildern, was ihnen abverlangt wird: Ein bewegendes Buch, das Angehörigen hilft, ihre Gefühle von Trauer und Hilflosigkeit, von Scham, Kränkung und Wut zu akzeptieren.