Demenz akzeptieren: Theo hat Demenz in sein Leben integriert

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Demenz akzeptieren: Theo hat Demenz in sein Leben integriert
Hand mit erhobenem Daumen als Zeichen der Zustimmung

Das Wichtigste in Kürze

Wie fühlen sich Angehörige? Nach der Diagnose fühlen sich viele Angehörige einsam, verzweifelt und hilflos, obwohl bekannte Gesichter um sie sind.

Was hat Theo geholfen? Theo hat sich nicht zurückgezogen, sondern über seine Angst, Wut und Verletzlichkeit gesprochen – das hat ihn getröstet und gestärkt.

Was können Sie lernen? Schämen Sie sich nicht, reden Sie darüber und nehmen Sie soziale Aktivitäten und Hilfsangebote an – das öffnet den Weg aus der Isolation in die Gemeinschaft.

Demenz akzeptieren: Raus aus der Isolation, rein in die Gemeinschaft!

Verwandte Begriffe: Demenz soziale Isolation, Integration Demenz

Die Diagnose trifft Sie als Angehörige wie ein Keulenschlag! Unzählige Gedanken schießen durch Ihren Kopf: Wie soll ich dem Betroffenen helfen, wenn ich doch selbst nicht damit klarkomme? Wie sage ich es den anderen? Wem überhaupt? Nur der Familie? Was ist mit den Freunden? Ist ein gutes Leben mit Demenz überhaupt möglich? Oder war’s das für unsere Beziehung?

Schwer angeschlagen sitzen Sie daheim und versuchen gegen die Verzweiflung und Hilflosigkeit anzukämpfen. Obwohl viele bekannte Gesichter um Sie herum sind, fühlen Sie sich einsam wie nie zuvor in Ihrem Leben.

Weil es vielen Angehörigen so geht wie Ihnen, will ich Ihnen heute von Theo erzählen:

Demenz akzeptieren: Theo hat Demenz in sein Leben integriert.

Auch Theo war sehr traurig und niedergeschlagen, als der Arzt seiner Partnerin die Diagnose übermittelt hat. Aber er konnte und wollte diesen Schmerz nicht alleine tragen. Er hatte das große Bedürfnis, seine Wut „weshalb gerade wir“ jemandem entgegenzuschleudern, Deshalb ist er nicht in seinen vier Wänden geblieben, sondern zu mir in die Beratung gekommen.

Theo hatte den Mut, über all das, was ihn bewegt, zu sprechen. Ich habe ihm aufmerksam zugehört, manchmal auch nachgefragt. Und nein, es gab kein Rezept von mir, wie er nun mit der Krankheit umgehen soll. Es steht mir nicht zu, Anweisungen zu geben, wie er und seine Partnerin ab jetzt zu leben hätten. Jeder Krankheitsverlauf ist anders und jeder versucht, so gut er kann, mit der Krankheit und den Auswirkungen auf das Alltagsleben umzugehen.

Theo ist nicht in der Zurückgezogenheit geblieben, sondern hat einfach all das, was da war an Verletzlichkeit, an Überforderung, an Angst, an Zorn geteilt. Und am Ende unseres ersten Gesprächs hat er sich mit den Worten verabschiedet: „Danke, dass Sie mir zugehört haben.“ Der Schmerz und viele Fragen bleiben, aber wenn Sie sich alles von der Seele sprechen, dann kann es sehr befreiend wirken. Es kann Sie trösten und es kann Ihnen Kraft geben für den nächsten Schritt.

Bei seinem nächsten Besuch hatte Theo den Wunsch, mehr über die Krankheit zu erfahren. Er hat sich entschieden, trotz Demenz seine Partnerschaft zu leben. Heute unterstützen viele Menschen aus seinem Umfeld diese Entscheidung. Nach dem Motto „gemeinsam statt einsam“ bieten sie Nachbarschaftshilfe an, die von Theo und seiner Partnerin gerne angenommen wird.

Was Sie von Theo lernen können:

Raus aus der Isolation, rein in die Gemeinschaft!

Weder Sie noch Ihr erkrankter Angehöriger haben sich die Krankheit ausgesucht. Sie brauchen sich also nicht dafür zu schämen. Sie können und sollen darüber reden, an sozialen Aktivitäten teilnehmen und entsprechende Hilfsangebote annehmen. Je mehr Menschen nach draußen gehen und sich Hand in Hand der Krankheit in all ihren Herausforderungen stellen, desto besser gelingt die Eingliederung in die Gesellschaft.

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