Frag mich nicht – ich weiß es nicht: sagen wir manchmal, wenn sich jemand nach unserem Befinden erkundigt.

Vielleicht hast du diesen Satz schon mal ausgerufen als sich ein negatives Erlebnis an das andere gereiht hat. Oder du hast so viel um die Ohren, dass du gar nicht weißt, was du zuerst erzählen sollst.

Fehlen dir auch manchmal die Worte, um deine aktuellen Gefühle zu beschreiben? Auch dann hast du wahrscheinlich unbewusst mit „frag mich nicht“ geantwortet.
Auch für Menschen mit Demenz können diese Worte die gleiche Bedeutung haben. Aber nicht immer können Betroffene dies auch aussprechen. Sehr oft ist in dieser Aussage gleichzeitig eine Bitte enthalten. Und es lohnt sich damit auseinanderzusetzen wie meine Beispiele aus der Praxis zeigen:
Frag mich nicht, was ich heute Mittag gegessen habe. Vielleicht interessiert es dich ob es mir geschmeckt hat. Meine Freude ist groß, wenn du auch mal Zeit hast, mit mir gemeinsam eine Mahlzeit zu genießen.

Frag mich….

Frag mich nicht was ich trinken möchte. Biete mir ein Getränk an von dem du weißt dass es mir schmeckt. Oder trinken wir doch zusammen ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee.

Frage mich nicht ob Tante Herta heute schon zu Besuch da war. Sprich mit mir über schöne Erinnerungen mit meiner Lieblingstante. Wir könnten auch ein Fotoalbum anschauen.

Frag mich nicht welchen Tag wir heute haben, sondern lass mich die Jahreszeiten bei einem Spaziergang erleben. Ich möchte den Duft des Frühlings, die Wärme des Sommers, die Farben des Herbstes und die Kälte des Winters spüren.

Frag mich nicht ob ich Musik mag. Singe mit mir alte Schlager oder Volkslieder. Sollte der Text fehlen dann summen wir eben. Und tanzen oder schunkeln hebt ebenfalls die Stimmung.

Frag mich nicht was heute war oder morgen sein wird. Die Krankheit hat mir diese Antworten genommen. Vielleicht kann ich dir noch etwas aus meiner Biografie erzählen. Und wenn nicht dann lass uns Hand in Hand die Stille genießen.

Frag mich nicht – ich weiß es nicht. Zu viele Fragen machen mir Angst. Nimm mich lieber an der Hand und begleite mich durch den Alltag. Auf diese Weise können wir beide Glücksmomente erleben und die Herausforderungen der Krankheit meistern.