Demenz eine Herausforderung: Wenn plötzlich der Mensch an deiner Seite fehlt

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Demenz eine Herausforderung: Wenn plötzlich der Mensch an deiner Seite fehlt
Aquarellmalerei eines blauen Auges mit tropfenartigen Farbspritzern in Blau und Rot

Das Wichtigste in Kürze

Warum so schwer? Wenn der vertraute Mensch an Ihrer Seite sich durch Demenz verändert, bringt das Schmerz, Wut und Hilflosigkeit mit sich – oft schon vor der Diagnose.

Bin ich allein? Überforderung, Angst und Einsamkeit sind typische Erfahrungen, wenn der Partner an Demenz erkrankt ist – Sie sind damit nicht allein.

Was hilft? Es gibt verschiedene, gleichermaßen berechtigte Wege, mit der Belastung umzugehen: offen darüber reden, „schönreden“ oder sich eine eigene Welt aufbauen.

Demenz – eine Herausforderung für die Partnerschaft und Angehörige

Die Tragik und das Leid, die in diesen Worten enthalten sind, fahren wie ein Tsunami über die Angehörigen. Zurück bleiben Schmerz, Wut und Hilflosigkeit. Unerträglicher Schmerz, der kaum auszuhalten ist. Wut und die Frage, weshalb gerade wir. Hilflosigkeit gegenüber dem unabänderlichen Schicksal.

Wenn plötzlich der Mensch an Ihrer Seite fehlt, mit dem Sie bisher Ihr Leben geteilt haben, dann ist dies die größte Herausforderung einer Partnerschaft. Oft schon lange bevor die Diagnose gestellt ist, erleben Angehörige, dass sich der geliebte Mensch an seiner Seite verändert. Sei es, weil er permanent seine Brille verlegt, antriebslos durch den Tag geht oder sich an vereinbarte Termine nicht erinnern kann.

Sind Sie ein Angehöriger, dessen Weggefährte an Demenz erkrankt ist?

  • Übersteigt die Belastung manchmal Ihre Grenzen?
  • Spüren Sie manchmal Angst, weil Sie nicht wissen, was die Krankheit noch mit sich bringt?
  • Ist Einsamkeit Ihr neuer Verbündeter?
  • Die Krankheit lässt Ihnen keine Zeit für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
  • Freunde und Bekannte haben sich zurückgezogen?
  • Haben Sie zusätzliche Aufgaben und Pflichten für Ihren Partner, der an Demenz erkrankt ist, übernommen?

TIPP 1:

Wenn plötzlich der Mensch an Ihrer Seite fehlt, dann sind Sie gezwungen, mit dieser Katastrophe irgendwie fertig zu werden. Das sagen mir oft Angehörige, die schon froh sind, wenn sie sich einmal alles von der Seele reden können. Was ich bieten kann, ist ein offenes Ohr, Empathie sowie Raum und Zeit für Gefühle. Ratschläge zu erteilen wäre eine Anmaßung, denn die Angehörigen sind die wahren und einzigen Experten in ihrer Situation.

TIPP 2:

Es gibt aber auch Angehörige, welche nicht die Kraft für die tägliche Konfrontation mit der Krankheit haben. Ein Weg, damit umzugehen, ist das „Schönreden“ wie: Es ist doch alles nicht so schlimm oder das wird schon wieder. Sie sorgen zwar dafür, dass der Partner eine gute Pflege hat. Sie besuchen aber selten und beteiligen sich nicht an der Betreuung. Niemandem steht es zu, diese Vorgangsweise zu kritisieren. Es ist eine genauso berechtigte Überlebensstrategie.

TIPP 3:

Eine andere Möglichkeit, mit dieser Herausforderung fertig zu werden, ist, sich in eine „bessere“ Welt zu flüchten. Angehörige bauen sich – manchmal auch mit einem neuen Lebenspartner – eine heile Welt auf, während der erkrankte Mensch von geschultem Pflegepersonal betreut wird. Für dieses Vorgehen ernten sie von ihrer Umgebung oft Spott und Ausgrenzung. Aber auch diese Variante kann helfen, die Bürde der Krankheit auszuhalten.

Wenn plötzlich der Mensch an Ihrer Seite fehlt, dann bleiben nur die Erinnerungen an eine schöne gemeinsame Zeit. Auch ich kann Ihnen das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, aber ich kann Sie in Ihrem Schmerz und Ihrer Trauer begleiten.

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