Andrea Stix
akademische Demenzexpertin
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Demenz Krisenhotline

Demenzformen

Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns und hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche des Menschen. Es gibt nicht nur unterschiedliche Ursachen für die Entstehung, sondern auch unzählige Ausprägungen. Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Krankheitsverlauf ist individuell.

Wenn Sie einen Menschen mit Demenz kennen oder betreuen, so kennen Sie nur die Symptome oder Verhalten für nur genau diese eine Person. Deshalb gilt es Vergleiche zwischen zwei an Demenz erkrankten Personen zu vermeiden. Selbst dann, wenn die gleiche Demenzform diagnostiziert wird.

Generell wird Demenz in zwei große Gruppen unterteilt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass

  • bei einer primären Demenz die Ursache der Erkrankung direkt im Absterben der Nervenzellen im Gehirn liegt. Es gibt bisher kein endgültiges Forschungsergebnis hinsichtlich auslösender Faktoren. Deswegen gilt die Krankheit derzeit noch als unheilbar.Nach Art der Entstehung wird hier zwischen degenerativen und vaskulären Typen unterschieden. Darüber hinaus gibt es auch Mischformen:
    • Bei den degenerativen Formen kommt es zur Gehirnatrophie. Diese Schrumpfung des Gehirns ist irreversibel. Alzheimer-Demenz ist die häufigste degenerative Demenzform.
      Die Frontotemporale Demenz (FTD; Morbus Pick) und Lewy-Body-Demenz  gehören ebenfalls zu den degenerativen Formen.
    • Bei der vaskulären Demenz  kommt es zu einer Unterversorgung bestimmter Gehirnregionen mit Blutzufuhr. Im Zuge von Schlaganfällen oder Hirninfarkten kommt es zu Durchblutungsstörungen. In der Folge von Sauerstoffmangel stirbt das betroffene Gewebe im Gehirn ab. Im Unterschied zur Alzheimer Demenz beginnt diese Demenzform plötzlich und verläuft meist in Schüben. Die Risikofaktoren für diese Demenzform sind ident mit jenen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also Bluthochdruck, Nikotin, Übergewicht, Bewegungsmangel.
  • bei einer sekundären Demenz andere Grunderkrankung vorliegen, die gut behandelbar sind. Diese „Folgedemenz“ betrifft etwa 10% der dementiellen Erkrankungen. Wird bei einer sekundären Demenz die zugrunde liegende Erkrankung behandelt, reduzieren sich oft die dementiellen Auswirkungen. Zu den Grunderkrankungen gehören permanent übermäßiger Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten, Stoffwechselstörungen aufgrund Unterfunktion der Schilddrüse, Vitaminmangel, Depression, Hirntumore, idiopathischer Normaldruck-Hydrozephalus (Abfluss-Störung vom Gehirnwasser)