Demenz-Lexikon

Antidementiva: Medikamente zur Behandlung von Demenz

Infografik Antidementiva: Tabletten, Gehirn mit Synapse und Wirkungen wie Stimmung, Schlaf, Angst, Teilhabe

Antidementiva sind Medikamente gegen Demenz, die bei bestimmten Demenzerkrankungen eingesetzt werden können. Welche medikamentöse Behandlung infrage kommt, hängt insbesondere von der Ursache der Demenz, dem Krankheitsstadium, möglichen Begleiterkrankungen, anderen eingenommenen Medikamenten und der individuellen Verträglichkeit ab.

Das Wichtigste in Kürze

Was sind Antidementiva? Antidementiva sind Medikamente gegen Demenz. Sie können Demenz nicht heilen, aber bei manchen Menschen Beschwerden lindern oder den Verlauf für eine Zeit stabilisieren.

Welche Medikamente gibt es? Bei Alzheimer kommen klassische Wirkstoffe wie Donepezil, Galantamin, Rivastigmin oder Memantin infrage, sowie neuere Antikörper wie Lecanemab und Donanemab für ausgewählte Menschen mit früher Alzheimer-Krankheit. Welches Medikament passt, hängt von Demenzform, Stadium und individuellen Faktoren ab.

Worauf ist zu achten? Eine genaue Diagnose ist wichtig, da nicht jedes Medikament bei jeder Demenzform hilft. Die Behandlung sollte ärztlich begleitet, regelmäßig überprüft und nie eigenständig verändert werden – Medikamente allein reichen zudem nicht, auch Alltagsgestaltung und Begleitung zählen.

Die klassischen Antidementiva können eine Demenzerkrankung nicht heilen. Sie können jedoch bei manchen Menschen Beschwerden lindern beziehungsweise kognitive Fähigkeiten und Alltagsfunktionen für eine gewisse Zeit stabilisieren oder deren Verschlechterung verzögern.

Bei der Alzheimer-Krankheit müssen heute zwei grundsätzlich unterschiedliche Behandlungsansätze unterschieden werden:

  • symptomatische Antidementiva wie Donepezil, Galantamin, Rivastigmin und Memantin
  • krankheitsmodifizierende Anti-Amyloid-Antikörper wie Lecanemab und Donanemab für ausgewählte Menschen mit früher Alzheimer-Krankheit

Die medikamentöse Behandlung sollte immer auf einer ärztlich gesicherten Diagnose beruhen und regelmäßig hinsichtlich Wirksamkeit, Verträglichkeit, Nebenwirkungen und individueller Behandlungsziele überprüft werden.

Welche Antidementiva gibt es?

Zu den etablierten symptomatischen Medikamenten gegen die Alzheimer-Demenz gehören insbesondere Acetylcholinesterasehemmer und Memantin.

Sie greifen an unterschiedlichen Stellen der Signalübertragung zwischen Nervenzellen an. Ihre Wirkung richtet sich jedoch nicht gegen alle Ursachen einer Demenz gleichermaßen.

Deshalb ist eine möglichst genaue Diagnose und Unterscheidung der Demenzformen für die Wahl der Therapie wichtig.

1. Acetylcholinesterasehemmer

Zu den Acetylcholinesterasehemmern gehören die Wirkstoffe:

Donepezil

Galantamin

Rivastigmin

Sie hemmen das Enzym Acetylcholinesterase, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Dadurch steht Acetylcholin länger für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen zur Verfügung.

Acetylcholin spielt unter anderem bei Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung eine wichtige Rolle.

Acetylcholinesterasehemmer werden insbesondere zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Die Medikamente können die Alzheimer-Krankheit nicht stoppen oder heilen. Studien zeigen jedoch, dass sie bei einem Teil der behandelten Menschen positive Effekte auf kognitive Fähigkeiten und Alltagsfunktionen haben können.

Mögliche Nebenwirkungen von Acetylcholinesterasehemmern

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitverlust
  • Gewichtsabnahme
  • Schwindel
  • Schlafstörungen

Darüber hinaus können Acetylcholinesterasehemmer den Herzschlag verlangsamen. Dies kann insbesondere bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder gleichzeitig eingenommenen Medikamenten relevant sein.

Vor und während der Behandlung sollten daher Begleiterkrankungen und die gesamte Medikation berücksichtigt werden.

Welcher Wirkstoff eingesetzt wird, hängt unter anderem von der individuellen Verträglichkeit, möglichen Wechselwirkungen und der geeigneten Darreichungsform ab.

Rivastigmin steht beispielsweise neben Kapseln beziehungsweise einer Lösung auch als transdermales Pflaster zur Verfügung.

2. Memantin

Memantin gehört zu einer anderen Wirkstoffgruppe. Es wirkt als NMDA-Rezeptor-Antagonist und beeinflusst damit die Signalübertragung des Botenstoffes Glutamat.

Glutamat ist für zahlreiche Prozesse im Gehirn von Bedeutung, unter anderem für Lernen und Gedächtnis. Eine krankhaft veränderte glutamaterge Signalübertragung kann bei neurodegenerativen Erkrankungen zur Funktionsstörung von Nervenzellen beitragen.

Memantin wird insbesondere zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Nach der aktuellen S3-Leitlinie können dadurch positive Effekte auf Kognition und Alltagsfunktionen erreicht werden. Die durchschnittlichen Effekte sind allerdings begrenzt und unterscheiden sich individuell.

Mögliche Nebenwirkungen von Memantin

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören beispielsweise:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Verstopfung
  • Schläfrigkeit
  • erhöhter Blutdruck

Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Anpassung der Dosierung erforderlich sein.

Können Memantin und Acetylcholinesterasehemmer kombiniert werden?

Bei fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Kombination erwogen werden.

Die internationale NICE-Leitlinie empfiehlt bei Menschen mit diagnostizierter Alzheimer-Krankheit, die bereits einen Acetylcholinesterasehemmer erhalten:

  • bei moderater Alzheimer-Demenz die zusätzliche Gabe von Memantin zu erwägen
  • bei schwerer Alzheimer-Demenz Memantin zusätzlich anzubieten

Ob eine Kombination im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte ärztlich entschieden werden.

Antidementiva bei Lewy-Body-Demenz

Auch bei einer Demenz mit Lewy-Körpern können bestimmte Antidementiva eingesetzt werden.

NICE empfiehlt bei leichter bis mittelschwerer Lewy-Body-Demenz insbesondere Donepezil oder Rivastigmin. Memantin kann unter bestimmten Voraussetzungen erwogen werden, wenn Acetylcholinesterasehemmer nicht vertragen werden oder nicht eingesetzt werden können.

Menschen mit Lewy-Body-Demenz können besonders empfindlich auf bestimmte Medikamente reagieren. Die gesamte Medikation sollte daher sorgfältig ärztlich überprüft werden.

Antidementiva bei Parkinson-Demenz

Bei einer Demenz im Zusammenhang mit einer Parkinson-Krankheit kann insbesondere Rivastigmin eine therapeutische Option darstellen.

Rivastigmin ist in der Europäischen Union auch für die symptomatische Behandlung einer leichten bis mittelschweren Demenz bei idiopathischer Parkinson-Krankheit zugelassen.

Antidementiva bei vaskulärer Demenz

Eine vaskuläre Demenz entsteht durch Erkrankungen beziehungsweise Schädigungen der Blutgefäße und der daraus resultierenden Beeinträchtigung des Gehirns.

Acetylcholinesterasehemmer und Memantin gehören bei einer reinen vaskulären Demenz nicht automatisch zur Standardbehandlung.

NICE empfiehlt, diese Medikamente bei vaskulärer Demenz insbesondere dann zu erwägen, wenn gleichzeitig eine Alzheimer-Krankheit, Lewy-Body-Demenz oder Parkinson-Demenz vermutet wird.

Von besonderer Bedeutung ist bei vaskulären Ursachen die medizinische Behandlung beeinflussbarer vaskulärer Risikofaktoren. Dazu können beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen oder bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören.

Antidementiva bei frontotemporaler Demenz

Auch die Abgrenzung zur frontotemporalen Demenz (FTD) ist wichtig.

Acetylcholinesterasehemmer oder Memantin werden von NICE nicht zur Behandlung einer frontotemporalen Demenz empfohlen.

Das zeigt, warum der Begriff „Demenz“ allein nicht ausreicht, um über eine medikamentöse Therapie zu entscheiden.

Ginkgo biloba EGb 761® bei Demenz

Auch standardisierte Extrakte aus Ginkgo biloba wurden hinsichtlich möglicher Wirkungen bei Demenzerkrankungen untersucht.

Die aktuelle S3-Leitlinie Demenzen 2026 spricht eine schwache Empfehlung aus für den standardisierten Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761 in einer Dosierung von 240 mg täglich bei bestimmten Menschen mit leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz oder vaskulärer Demenz mit nichtpsychotischen Verhaltenssymptomen aus.

S3-Leitlinie Demenzen 2026 – AWMF

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem standardisierten Arzneimittel-Extrakt, wie er in klinischen Studien untersucht wurde, und frei verkäuflichen Ginkgo-Nahrungsergänzungsmitteln.

Die Ergebnisse zu einem bestimmten standardisierten Extrakt lassen sich nicht automatisch auf jedes Ginkgo-Präparat übertragen.

Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen verursachen. Die Einnahme sollte deshalb mit Ärztin, Arzt oder Apotheke abgestimmt werden – insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente.

Neue Alzheimer-Medikamente: Lecanemab und Donanemab

Die medikamentöse Behandlung der Alzheimer-Krankheit hat sich in den vergangenen Jahren erweitert.

Neben den klassischen symptomatischen Antidementiva stehen inzwischen Medikamente zur Verfügung, die gezielt gegen Amyloid-beta-Ablagerungen im Gehirn gerichtet sind.

Dabei handelt es sich um monoklonale Antikörper.

In der Europäischen Union sind für ausgewählte Menschen mit früher Alzheimer-Krankheit inzwischen:

Lecanemab (Leqembi®) und

Donanemab (Kisunla®)

zugelassen.

Diese Medikamente sind keine Heilung der Alzheimer-Krankheit. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung bei geeigneten Patientinnen und Patienten zu verlangsamen.

Sie kommen außerdem nur für eine genau definierte Patientengruppe infrage.

1. Lecanemab – Leqembi®

Lecanemab ist ein gegen Amyloid-beta gerichteter monoklonaler Antikörper.

Das Medikament ist in der Europäischen Union unter dem Handelsnamen Leqembi® zugelassen.

Nach der europäischen Zulassung kommt Lecanemab für Erwachsene mit:

  • leichter kognitiver Störung aufgrund einer Alzheimer-Krankheit oder
  • leichter Alzheimer-Demenz

infrage, wenn eine Alzheimer-typische Amyloid-Pathologie bestätigt wurde.

Die EU-Zulassung ist außerdem auf Menschen beschränkt, die kein APOE-ε4-Allel oder nur eine Kopie dieses Allels tragen (heterozygot). APOE-ε4 ist eine Genvariante, die unter anderem das Risiko für die Alzheimer-Krankheit sowie für ARIA-Nebenwirkungen der Antikörpertherapie beeinflusst.

Die Therapie wird intravenös verabreicht und erfordert eine spezialisierte medizinische Diagnostik und Überwachung.

2. Donanemab – Kisunla®

Donanemab ist ebenfalls ein gegen Amyloid-beta gerichteter monoklonaler Antikörper.

Das Medikament ist in der Europäischen Union unter dem Handelsnamen Kisunla® zugelassen.

Auch Donanemab ist für ausgewählte Erwachsene mit:

  • leichter kognitiver Störung aufgrund einer Alzheimer-Krankheit oder
  • leichter Alzheimer-Demenz

zugelassen, sofern eine Amyloid-Pathologie bestätigt wurde.

Die EU-Zulassung gilt ebenfalls für Menschen, die kein APOE-ε4-Allel oder nur eine Kopie dieses Allels tragen.

Donanemab wird als intravenöse Infusion verabreicht. Nach den europäischen Zulassungsinformationen erfolgt die Behandlung in vierwöchigen Abständen und soll 18 Monate nicht überschreiten.

Wie groß ist der Nutzen der neuen Alzheimer-Medikamente?

Lecanemab und Donanemab können bei entsprechend ausgewählten Menschen das Fortschreiten einer frühen Alzheimer-Krankheit verlangsamen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Erkrankung gestoppt oder geheilt wird.

Auch bereits verlorene Fähigkeiten werden durch diese Medikamente in der Regel nicht wiederhergestellt.

Die Bewertung des tatsächlichen klinischen Nutzens ist zudem Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen.

Die S3-Leitlinie Demenzen 2026 spricht nach sorgfältiger Aufklärung eine schwache Empfehlung für Lecanemab oder Donanemab bei geeigneten Patientinnen und Patienten aus.

Voraussetzung sind unter anderem:

  • klinisch gesicherte leichte kognitive Störung oder leichte Demenz bei Alzheimer-Krankheit
  • bestätigte Amyloid-Pathologie
  • geeigneter APOE-ε4-Status
  • sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung
  • Einbettung in einen umfassenden medizinischen und psychosozialen Behandlungsplan

S3-Leitlinie Demenzen 2026 – AWMF

Die Leitlinie dokumentiert zugleich unterschiedliche fachliche Bewertungen des klinischen Zusatznutzens. Deshalb sollten die möglichen Vorteile, Risiken und Belastungen einer Behandlung individuell und ausführlich besprochen werden.

ARIA bei Lecanemab und Donanemab

Eine wichtige mögliche Nebenwirkung der Anti-Amyloid-Antikörper sind sogenannte Amyloid-Related Imaging Abnormalities (ARIA).

Dabei können im MRT Veränderungen auftreten, insbesondere:

ARIA-E: Ödeme beziehungsweise Flüssigkeitseinlagerungen im Gehirn

ARIA-H: Mikroblutungen, oberflächliche Eisenablagerungen oder andere Blutungszeichen

Viele ARIA-Veränderungen verursachen keine Beschwerden und werden erst bei einer MRT-Untersuchung erkannt.

In manchen Fällen können jedoch beispielsweise:

Kopfschmerzen,

Verwirrtheit,

Schwindel,

Sehstörungen,

Übelkeit oder

neurologische Symptome

auftreten.

Schwere Komplikationen sind möglich. Das individuelle Blutungsrisiko und die Begleitmedikation müssen deshalb vor einer Behandlung sorgfältig geprüft werden.

Vor und während der Behandlung sind MRT-Untersuchungen des Gehirns und eine genaue medizinische Überwachung erforderlich.

Auch der APOE-ε4-Status spielt für die Einschätzung des ARIA-Risikos eine wichtige Rolle.

Warum vor einer Behandlung eine genaue Demenzdiagnose wichtig ist

Demenz ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Oberbegriff für unterschiedliche Krankheitsbilder.

Zu den häufigsten Demenzformen gehören:

  • Alzheimer-Krankheit
  • Vaskuläre Demenz
  • Lewy-Body-Demenz
  • Parkinson-Demenz
  • Frontotemporale Demenz
  • Mischformen

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Überblick zu den verschiedenen Demenzformen.

Vor einer medikamentösen Behandlung sollte daher möglichst geklärt werden:

  1. Welche Erkrankung verursacht die kognitiven Veränderungen?
  2. In welchem Stadium befindet sich die Erkrankung?
  3. Welche Beschwerden stehen im Vordergrund?
  4. Welche Begleiterkrankungen bestehen?
  5. Welche anderen Medikamente werden eingenommen?
  6. Welche Wechselwirkungen oder Kontraindikationen bestehen?
  7. Welcher Nutzen kann realistisch erwartet werden?

Bei den neuen Anti-Amyloid-Therapien ist zusätzlich der Nachweis einer Amyloid-Pathologie mit geeigneten diagnostischen Verfahren erforderlich.

Medikamentencheck bei Demenz

Bei Menschen mit Demenz ist nicht nur die Frage wichtig, welche Medikamente zusätzlich eingesetzt werden können.

Ebenso wichtig ist die Frage, ob bereits eingenommene Medikamente die kognitive Leistungsfähigkeit möglicherweise zusätzlich beeinträchtigen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der sogenannten anticholinergen Belastung.

Verschiedene Medikamente besitzen anticholinerge Eigenschaften und können unter anderem Verwirrtheit fördern sowie Aufmerksamkeit und Gedächtnis beeinträchtigen.

NICE empfiehlt deshalb, bei Menschen mit Demenz die Medikation regelmäßig auf eine unnötig hohe anticholinerge Belastung zu überprüfen.

NICE – Medicines that may cause cognitive impairment

Medikamente sollten jedoch nicht eigenständig abgesetzt oder verändert werden. Eine Medikamentenüberprüfung sollte gemeinsam mit Ärztin, Arzt oder Apotheke erfolgen.

Wie lange sollten Antidementiva eingenommen werden?

Ob eine Therapie wirksam und weiterhin sinnvoll ist, sollte regelmäßig überprüft werden.

Dabei sollte nicht ausschließlich ein einzelner kognitiver Testwert betrachtet werden.

Relevant sind beispielsweise:

  • kognitive Fähigkeiten
  • Alltagskompetenz
  • Selbstständigkeit
  • Verhalten
  • Lebensqualität
  • Nebenwirkungen
  • Begleiterkrankungen
  • Belastung durch die Therapie
  • Beobachtungen von Angehörigen oder Betreuungspersonen

Bei der Alzheimer-Krankheit sollte ein Acetylcholinesterasehemmer nicht allein deshalb automatisch abgesetzt werden, weil die Erkrankung ein schwereres Stadium erreicht hat.

Die Entscheidung über Fortführung, Anpassung oder Beendigung einer Therapie sollte individuell getroffen werden.

Medikamente sind nur ein Teil einer guten Demenzbehandlung

Eine gute Behandlung und Begleitung von Menschen mit Demenz besteht nicht ausschließlich aus Medikamenten.

Ebenso wichtig können – abhängig von der individuellen Situation – sein:

  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • soziale Teilhabe
  • Förderung vorhandener Fähigkeiten
  • strukturierter und vertrauter Alltag
  • angepasste Kommunikation
  • Behandlung von Schmerzen
  • Überprüfung von Seh- und Hörvermögen
  • ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
  • gute Schlafbedingungen
  • sinnvolle und individuell passende Beschäftigung
  • Information, Beratung und Entlastung von Angehörigen

Medizinische Behandlung und personenzentrierte Demenzbegleitung sollten deshalb nicht als Gegensätze betrachtet werden, sondern sich ergänzen.

Bei FELIX steht dabei nicht nur die Diagnose im Mittelpunkt, sondern der Mensch mit seinen individuellen Ressourcen, Bedürfnissen, Emotionen und seiner persönlichen Lebenssituation.

Die von Andrea Stix, MSc entwickelte FELIX-METHODE © verbindet fundiertes Wissen über Demenz mit einem personenzentrierten Begleitungsansatz. Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange einzubeziehen, Sicherheit und Orientierung im Alltag zu unterstützen und Angehörige im Umgang mit den individuellen Veränderungen einer Demenzerkrankung zu stärken.

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Neu auftretende oder zunehmende Veränderungen von Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Verhalten oder Alltagsfähigkeiten sollten medizinisch abgeklärt werden.

Eine besonders rasche ärztliche Abklärung ist erforderlich bei:

  • plötzlich auftretender Verwirrtheit
  • akuten Sprachstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Bewusstseinsveränderungen
  • Krampfanfällen
  • ausgeprägten neuen neurologischen Symptomen
  • sehr rascher Verschlechterung

Eine plötzlich auftretende Verwirrtheit entspricht nicht dem typischen schleichenden Beginn einer Alzheimer-Krankheit. Dahinter können beispielsweise ein Delir, eine Infektion, ein Schlaganfall, Medikamentennebenwirkungen oder andere akute Erkrankungen stehen.

Häufige Fragen zu Antidementiva

Können Antidementiva Demenz heilen?

Die klassischen Antidementiva Donepezil, Galantamin, Rivastigmin und Memantin können eine Demenz nicht heilen. Sie können bei bestimmten Demenzformen Symptome beeinflussen und bei manchen Menschen kognitive Fähigkeiten oder Alltagsfunktionen zeitweise stabilisieren.

Auch die neuen Anti-Amyloid-Antikörper Lecanemab und Donanemab heilen die Alzheimer-Krankheit nicht. Sie können bei ausgewählten Menschen mit früher Alzheimer-Krankheit das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Welches Medikament ist bei Alzheimer am besten?

Es gibt nicht das eine „beste“ Alzheimer-Medikament für alle Betroffenen.

Die Auswahl hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, der genauen Diagnose, Begleiterkrankungen, anderen Medikamenten, möglichen Nebenwirkungen und individuellen Behandlungszielen ab.

Welche Medikamente werden bei leichter Alzheimer-Demenz eingesetzt?

Bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz kommen insbesondere die Acetylcholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin und Rivastigmin infrage.

Bei ausgewählten Menschen mit früher Alzheimer-Krankheit können nach umfangreicher Diagnostik außerdem die Anti-Amyloid-Antikörper Lecanemab oder Donanemab eine Behandlungsoption darstellen.

Welche Medikamente werden bei schwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt?

Bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz kann Memantin eingesetzt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann Memantin auch mit einem Acetylcholinesterasehemmer kombiniert werden.

Sind Antidementiva bei jeder Demenz sinnvoll?

Nein. Die Wirksamkeit und Empfehlung unterscheiden sich je nach Demenzform.

Gerade deshalb ist eine möglichst genaue Diagnose vor Beginn einer medikamentösen Behandlung wichtig.

Kann ich Antidementiva selbst absetzen?

Nein. Antidementiva sollten nicht ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt, neu begonnen oder in ihrer Dosierung verändert werden.

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Informationen

S3-Leitlinie Demenzen 2026 – Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)

S3-Leitlinie Demenzen 2026 – AWMF

European Medicines Agency – Lecanemab

EMA: Leqembi®

European Medicines Agency – Donanemab

EMA: Kisunla®

European Medicines Agency – Rivastigmin

EMA: Exelon®

National Institute for Health and Care Excellence

NICE – Dementia: assessment, management and support

Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle medizinische Beratung.

Die Auswahl eines Antidementivums hängt von der genauen Diagnose, dem Krankheitsstadium, Begleiterkrankungen, anderen Medikamenten und individuellen Faktoren ab.

Medikamente sollten deshalb nicht aufgrund dieser Informationen begonnen, verändert oder abgesetzt werden. Fragen zur medikamentösen Behandlung sollten mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

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