Wenn für Menschen mit Demenz die Nacht zum Tag wird dann ist dies für viele pflegende Personen eine extreme Herausforderung im Alltag mit der Krankheit.

Denn dieses Verhalten raubt vor allem den begleitenden Angehörigen den Schlaf. Gehörst du auch zu jener Gruppe die davon träumt mal wieder so richtig ausschlafen zu können?

Wenn die Nacht zum Tag wird für Menschen mit Demenz dann dösen die Betroffenen tagsüber. Die BetreuerInnen leider aber unter akutem Schlafmangel und den Folgeerscheinungen. Die permanente Erschöpfung erhöht nicht nur den Stresspegel sondern kann zu schweren Krankheiten führen. Die logische Folge davon ist sehr oft die Unterbringung der erkrankten Angehörigen in ein Pflegeheim.

Damit die Nacht in den eigenen vier Wänden für alle Beteiligten wieder erholsam wird, möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie sich der normale Rhythmus wieder einstellen kann:

Im Krankheitsverlauf kommt es nicht nur zu räumlichen Orientierungsschwierigkeiten. Auch das Gefühl für Zeit geht verloren. Deswegen sollte der Tagesablauf für den Betroffenen möglichst immer im gleichen Rhythmus erfolgen. Je mehr du dabei die Gewohnheiten der erkrankten Person berücksichtigst, desto besser gelingt die Organisation.

Ein praktisches Beispiel: wenn Herr Maier immer vor seiner Morgentoilette Kaffee getrunken hat, dann könnte dir jetzt passieren, dass er nur widerwillig im Bad beginnt. Denn viele Jahre ist er mit einer Tasse Kaffee in den Tag gestartet.

Neben fixen Essenszeiten solltest du dir auch ein Aktivprogramm überlegen. Jeder Mensch braucht sinnvolle Beschäftigung.

Es könnten Tätigkeiten im Haushalt wie Wäsche zusammenlegen oder Pflanzen gießen zugeteilt werden. Oder Unterstützung beim Kochen wie Gemüse klein schneiden und Tisch decken sein.

Ein kleines Bewegungsprogramm wie Gartenarbeit oder Spaziergänge an der frischen Luft oder Sitzgymnastik ist ebenfalls zu empfehlen. Denn es sorgt nicht nur für den Erhalt der Selbstständigkeit sondern auch für eine angenehme Müdigkeit und damit für eine geruhsame Nacht.

Spiel und Spaß ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei deiner Planung. Gemeinsames Singen oder Fotoalben anschauen können genauso viel Freude bereiten wie malen oder Puzzles mit großen Teilen legen.

Auch ein abendliches Ritual wie Geschichte vorlesen oder Entspannungsmusik hören beruhigt und unterstützt den Betroffenen beim Einschlafen.

Wenn für Menschen mit Demenz die Nacht zum Tag wird dann braucht es liebevolle „Zeitgeber“ die sie unterstützen zum gewohnten Wach-Schlaf-Rhythmus zu finden.